Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter und langjähriger Gesundheitsexperte. dpa
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Könnte sofort losgehen Lauterbach sieht in Großveranstaltungen kein Problem mehr

Der SPD-Gesundheitsexperte hält Veranstaltungen mit 1000 Besuchern im Freien und mit Testkonzept für möglich. Andere Experten sehen das ähnlich.

Angesichts abnehmender Fallzahlen hält der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nun Großveranstaltungen für möglich. Voraussetzung wäre, dass sie im Freien stattfinden und die Teilnehmer geimpft, getestet oder nach einer Sars-Cov-2-Infektion genesen sind.

„Da hielte ich Veranstaltungen, wenn sie gut organisiert sind und die Tests werden ausreichend gut geprüft, von bis zu 1000 Menschen jetzt für denkbar“, sagte der Bundestagsabgeordnete den Sendern RTL/ntv am Freitag. Auch auf Veranstaltungen in geschlossenen Räumen müsse man wohl nicht mehr lange warten.

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„Wenn die Fallzahlen weiter so sinken und wir kommen in den Bereich von stabil, einstelligen Fallzahlen, dann kann man auch drinnen, mit Tests und Impfungen und Genesen-Status, wieder deutlich mehr machen“, sagte Lauterbach. In der jeweiligen Kommune dürfe also die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche nicht die Zehner-Marke erreichen.

Setzt sich diese Auffassung durch, könnte es noch zur aktuellen Fußball-EM legale Treffen zum Public Viewing geben - womöglich auch in Räumen.

Wissenschaftler geben Entwarnung bei Großveranstaltungen

Erste Studien legen nahe, so schreibt die Deutsche Presse-Agentur, dass auch bei einem Konzert- oder Kinobesuch drinnen kaum eine Corona-Infektionsgefahr besteht, wenn bestimmte Auflagen - wie mit festen Sitzplätze - eingehalten werden.

Wissenschaftler halten das Risiko, sich bei Großveranstaltungen anzustecken, bei der aktuellen Infektionslage generell für gering, besonders wenn Corona-Tests vorab verpflichtend sind. Draußen stellten Festivals und Konzerte auch ohne feste Sitzplätze keine große Gefahr dar, sagte der Aerosolforscher Gerhard Scheuch aus dem nordhessischen Gemünden. Drinnen müsse man jedoch eine sehr effektive Lüftung haben.

Dicht an dicht, verschwitzt, in engen Räumen mitsingen - inwiefern in Gebäuden jedoch Konzerte und Partys wie vor der Pandemie möglich sein werden, ist umstritten. Die Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag hatte das Thema Großveranstaltungen vertagt.

Dass das Lüften ein entscheidender Faktor ist, hatte schon 2020 ein Test-Konzert mit Tim Bendzko ergeben. „Nach unserer Studie ist das Infektionsrisiko bei schlechter Belüftung bis zu 70 Mal größer“, sagte Studienleiter Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle. Entscheidend werde nun sein, die 18- bis 40-Jährigen, die viele soziale Kontakte haben, zum Impfen zu motivieren, sagte der Infektiologe: „Meine größte Sorge ist, dass sich in der jungen Generation weniger Menschen impfen lassen, wenn die Inzidenz runtergeht.“

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