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Ausländer dürfen nicht mehr rein: Grenze in Ahlbeck in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Stefan Sauer/dpa
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Kampf gegen das Coronavirus Polen schließt Grenzen – und lässt ein paar Lücken

Auch Polen verschärft die Maßnahmen in der Coronavirus-Krise weiter. Vor den Grenzschließungen decken sich deutsche Kunden noch mit Zigaretten ein.

Polen hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus in Europa seine Grenzübergänge zu Deutschland um Mitternacht weitgehend geschlossen, lässt aber einige Ausnahmen zu. So dürfen zum Beispiel Grenzgänger, die in Polen wohnen und in Deutschland arbeiten, weiter passieren. Das gilt auch im umgekehrten Fall, wenn Deutsche grenznah wohnen und in Polen arbeiten. Lkw-Fahrer sind vom Reiseverbot ausgenommen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei einer Pressekonferenz in Warschau. Der internationale Warenaustausch solle unbehindert weitergehen.

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Die Einschränkungen gelten seit Sonntag, 0 Uhr, zunächst für zehn Tage. Je nach Lage wird dann entschieden, ob sie um 20 Tage verlängert werden. Dänemark und Tschechien haben ähnliche Grenzschließungen und Einreiseverbote verfügt.

Alle Airports in Polen haben nach offiziellen Angaben den internationalen Flugverkehr eingestellt. Nur die innerpolnischen Verbindungen bleiben bestehen. Eine Ausnahme ist das Programm "#LotDoDomu": Polnischen Bürgern, die sich im Ausland aufhalten, bietet die Regierung die Heimholung mit Charterflügen an.

Heimkehrer aus dem Ausland müssen nach der Rückkehr für 14 Tage in heimische Quarantäne in ihrer Wohnung bleiben, um Ansteckungsrisiken zu verringern. Dieselben Bedingungen gelten für Polen, die per Auto, Bus oder Zug zurückkehren: 14 Tage heimische Quarantäne.

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Für Polen, die ihren Lebensmittelpunkt im Ausland haben, verschließen sich damit auf absehbare Zeit die Möglichkeiten, ihre Angehörigen in Polen zu besuchen. Sie können zwar nach Polen einreisen, es wird aber unkalkulierbar, wann und wie sie wieder aus Polen an ihren Lebensmittelpunkt zurückkehren können.

Menschen ohne polnischen Pass wird wegen der Krise durch das Coronavirus hingegen seit Mitternacht die Einreise in der Regel verweigert. An den Grenzübergängen wurden Straßensperren errichtet. Polizei, Grenzschutz und Zoll kontrollieren. Mehrere Bahnlinien sind unterbrochen, zum Beispiel die nach Stettin.

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In den Stunden vor der Grenzschließung gab es noch einmal lebhaften Grenzverkehr in Brandenburg und Mecklenburg, berichten Augenzeugen. Deutsche Raucher seien extra noch einmal nach Polen gefahren, um sich "Last Minute" mit Zigaretten einzudecken.

Die Regierung in Warschau begründet die Maßnahmen damit, dass Polen noch vergleichsweise wenige Coronavirus-Fälle verzeichne und deshalb gute Chance habe, das Tempo der Ausbreitung durch Reiseverbote drastisch einzuschränken. Am Sonntagmorgen waren nach offiziellen Angaben 111 Menschen in Polen mit dem Coronavirus infiziert. Die Fälle verteilten sich fast landesweit mit Schwerpunkten in Südpolen und in größeren Städten. Drei Menschen sind bisher daran gestorben.

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