Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman mit seinem Vater König Salman bin Abdulaziz Al Saud. Foto: imago images / Xinhua
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Israel einigt sich auch mit Bahrain Welche Rolle Saudi-Arabien bei der Annäherung an Israel spielt

Ein Friedensabkommen mit Israel gibt es mit nur mit Wohlwollen Saudi-Arabiens. Riad will bessere Beziehungen.

Ohne grünes Licht aus Saudi-Arabien hätten weder die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) noch Bahrain ihre Grundsatzverträge mit Israel abschließen können. In Riad gibt es Anzeichen dafür, dass die Regierung der arabischen Führungsmacht die Öffentlichkeit mit einer Salami-Taktik auf eine Normalisierung der Beziehungen mit dem jüdischen Staat vorbereiten will. So forderte der Imam der Großen Moschee von Mekka jetzt in einer Predigt einen Dialog mit Nicht-Muslimen und insbesondere mit Juden.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte Israel schon vor zwei Jahren ein Existenzrecht zugesprochen. Eine saudisch-israelische Vereinbarung dürfte dennoch bis auf Weiteres inoffiziell bleiben, weil der 84-jährige König Salman bremst.
Wenn die am Freitag verkündete Normalisierung der Beziehungen zwischen Bahrain und Israel an diesem Dienstag in Washington besiegelt wird, dürfte US-Präsident Donald Trump die Einigung als weiteren außenpolitischen Erfolg für sich selbst feiern: Mit den VAE und dem Königtum Bahrain haben innerhalb weniger Wochen zwei arabische Staaten am Golf ihren Frieden mit Israel gemacht.

Der Sudan oder Oman könnten die nächsten arabischen Länder sein, die Israel anerkennen. Auch unterhalb der Schwelle offizieller Verträge schreitet die Normalisierung zwischen der muslimischen Welt und Israel voran. Saudi-Arabien öffnet seinen Luftraum für Flüge zwischen Israel und den VAE. Laut israelischen Medienberichten könnte es bald erstmals Direktflüge zwischen Israel und Marokko geben.

Bahrain ist auf Unterstützung aus Riad angewiesen

Bahrain gehört wie die VAE zu den engsten Verbündeten der Saudis in der Region und ist auf Unterstützung aus Riad angewiesen. Die sunnitische Führung in Bahrain, einem Mini-Staat mit 1,6 Millionen Menschen auf einer Insel im Persischen Golf, regiert eine schiitische Bevölkerungsmehrheit. Im Arabischen Frühling schlugen saudische Truppen in Bahrain einen Aufstand gegen das Königshaus nieder.

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Auch in den vergangenen Jahren gingen die Behörden in Manama brutal gegen Kritiker vor; Menschenrechtler berichten von Inhaftierungen, Folter und Hinrichtungen. Nach der Bekanntgabe der Einigung mit Israel kritisierten viele Bahrainis in den sozialen Medien die Entscheidung ihrer Regierung, doch die Erfahrung der vergangenen Jahre lässt erwarten, dass die Führung Proteste im Keim ersticken wird.

Nach den VAE, Ägypten und Jordanien ist Bahrain der vierte arabische Staat, der Israel anerkennt. Die Golf-Araber sehen ein Bündnis mit dem jüdischen Staat als Versicherung gegen den gemeinsamen Feind Iran. Sie suchen neue Verbündete, weil sie befürchten, dass der Schutzschild der Amerikaner in der Region in Zukunft schwächer wird – Trump reduziert derzeit die US-Truppen in Syrien und im Irak. Der neuen Allianz stehen der Iran, die Palästinenser, die Türkei und die vom Iran gegründete Hisbollah im Libanon gegenüber. Katar – ein Partner der Türkei und ein Rivale von Saudi-Arabien, VAE und Bahrain – hat inoffizielle Kontakte zu Israel, bisher aber keine diplomatischen Beziehungen mit dem jüdischen Staat.

Saudische Medien üben Kritik an Palästinensern

Möglich wird die Annäherung zwischen den Arabern und Israel auch durch einen Generationswechsel. Ältere arabische Spitzenpolitiker wie König Salman sind geprägt von der traditionellen Loyalität ihrer Länder zu den Palästinensern. Der König hat mehrmals klarstellen lassen, dass er an der klassischen arabischen Position festhält: Demnach kann Israel erst mit Anerkennung rechnen, wenn die Palästinenser ihren eigenen Staat bekommen. Jüngere Politiker wie der 35-jährige Mohammed bin Salman oder der 59-jährige VAE-Kronprinz Mohammed bin Zayed bin Nahyan haben weniger Probleme damit, die Palästinenser durch Friedensschlüsse mit Israel vor den Kopf zu stoßen.

Der saudische Thronfolger Mohammed bin Salman muss jedoch auf seinen Vater und auf die öffentliche Meinung im Land achten, denn er braucht die Unterstützung des Königs und der jahrzehntelang auf Feindschaft mit Israel getrimmte Gesellschaft für sein wirtschaftliches Reformprogramm. Kleinere Gesten wie die Predigt von Abdulrahman al-Sudais, dem Imam der Großen Moschee in Mekka, dienen dem Ziel, die Saudis langsam an den Gedanken an einen Friedensschluss mit Israel zu gewöhnen.

Der Imam erinnerte seine Zuhörer daran, dass sich der Prophet Mohammed um gute Beziehungen zu Juden und anderen Nicht-Muslimen bemüht habe. Gleichzeitig üben saudische Medien Kritik an den Palästinensern. Auch wenn Saudi-Arabien derzeit noch nicht aus der Deckung kommt, ist die Marschrichtung klar.

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