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Joe Biden (rechts) und sein Sohn Hunter im Jahr 2016. Foto: Getty Images North America
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Hunter Bidens Interesse für Gas Was hinter Trumps Vorwürfen gegen Biden steckt

Wie der Sohn des früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden zum Auslöser der Staatsaffäre in Washington wurde.

Dass sich sein Engagement im Osten Europas in den USA zu einer Staatsaffäre ausweiten würde, hat sich Hunter Biden, der Sohn des ehemaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden sicher nicht vorstellen können.

Hunter Bidens Tätigkeit in der Ukraine beginnt im April 2014, als er in den Aufsichtsrat von Buisma einsteigt. Das ist der größte ukrainische Konzern zur Erkundung und Förderung von Erdgas. In dem Gremium sitzt zu der Zeit auch der frühere polnische Präsident Aleksander Kwasniewski. Der Lobbyist Hunter Biden ist damals 43 Jahre alt und hat keinerlei Erfahrung im Gasgeschäft. Aber sein Vater ist Vizepräsident der Vereinigten Staaten und Ukraine-Beauftragter von US-Präsident Barack Obama. Fast fünf Jahre lang kassiert Biden jr. dem Vernehmen nach 50000 Dollar im Monat.

Für viele Experten gelten damals Verbindungen zur Burisma-Holding als „toxisch“, denn gegen den Chef des Burisma-Konzerns laufen Ermittlungen wegen Korruption und Geldwäsche. Seit Mai 2014 in Abwesenheit: Slotschewski hat sich nach der Maidan-Revolution und dem Machtwechsel in Kiew nach Monaco abgesetzt. Die Konten der Firma werden in Zypern geführt. Der Gas-Magnat war zuvor unter dem Präsidenten Viktor Janukowitsch, der nach dem Maidan nach Russland geflüchtet ist, Minister für Naturschutz und Bodenschätze. Als solcher habe er Staatsaufträge an sich selbst vergeben, lautet der Vorwurf.

Generalstaatsanwalt Viktor Schokin, obwohl von der neuen Macht eingesetzt, verschleppt die Verfahren und stellt sie schließlich ein. Vizepräsident Biden wird in dem Fall persönlich tätig: Bei einem Besuch 2015 droht er mit dem Stopp von Finanzhilfen, wenn Schokin nicht gefeuert wird. Das fordern lautstark auch zivilgesellschaftliche Organisationen, die gegen die ausufernde Korruption in der Ukraine kämpfen. Der Staatsanwalt muss seinen Posten schließlich 2016 aufgeben. Die Verfahren gegen Bursima werden aber nicht wieder aufgenommen.

Die Geschäfte Slotschewskis gehen außerordentlich gut. Seit 2013 habe er sein Vermögen mehr als verdoppelt, schrieb die Online-Ausgabe der Wochenzeitung „Nowoje Wremja“. Er ist in der Liste der reichsten ukrainischen Oligarchen inzwischen an die zehnte Stelle aufgestiegen – trotz langer Abwesenheit. Es heißt, Slotschewski lebe wieder in seiner Heimat, aber sicher ist das nicht.

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