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Zahlreiche Menschen stehen wartend in einer Schlange vor einem Impfzentrum in einem Einkaufscenter in Berlin. Foto: Jörg Carstensen/dpa
© Jörg Carstensen/dpa

Hohe Nachfrage führt zu Wartezeiten Impfstationen wird wieder „die Bude eingerannt“

Nach zahlreichen Aufrufen zum Impfen folgt nun in Teilen Deutschlands der große Andrang. Mancherorts mussten Menschen weggeschickt werden.

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen in Deutschland hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Impfen und zum Gemeinsinn aufgerufen. „Wenn wir zusammenstehen, wenn wir an unseren eigenen Schutz und fürsorglich an andere denken, dann können wir unserem Land in diesem Winter viel ersparen“, sagte Merkel in ihrem am Samstag verbreiteten aktuellen Podcast.

An vielen Orten in Deutschland folgte ein großer Andrang auf die Impfangebote. In Bayern mussten Impfwillige am Samstag aufgrund der hohen Nachfrage mit langen Wartezeiten rechnen. In Augsburg appellierte die Stadt bereits am Samstagvormittag an die Bürgerinnen und Bürger, das Impfzentrum ohne Termin nicht mehr aufzusuchen.

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Die Stadt teilte mit: "Aufgrund der hohen Nachfrage sind die Kapazitäten am Impfzentrum Augsburg für den heutigen Tag komplett ausgelastet und erschöpft."

Nach Angaben einer Sprecherin kam das Personal an seine Grenzen. Im Laufe der kommenden Woche sollen die Impfkapazitäten, abhängig von der Impfstoffverfügbarkeit, weiter ausgebaut werden, so die Stadt in ihrer Mitteilung.

Auch an den Thüringer Impfstellen war am Samstag Massenandrang. Ohne Termin konnten sich die Menschen in den regionalen Impfstellen gegen Covid-19 spritzen lassen. Bis zum frühen Nachmittag hatten mindestens 6000 Menschen das Angebot angenommen. Darunter waren 1500 Erstimpfungen, der Rest Zweit- und Drittimpfungen.

Bei der Impfstation der Stadt Magdeburg in Sachsen-Anhalt sah es am Samstag ähnlich aus. Seit einer Woche werde dem Impfpunkt „die Bude eingerannt“, sagte der Impfkoordinator Dennis Brandt.

Lange Warteschlangen auch in Schleswig-Holstein: Arztpraxen und mobile Teams sind in vollem Einsatz. Im Einkaufszentrum Holsten-Galerie in Neumünster bildete sich am Samstag eine lange Warteschlange von mehr als 100 Menschen.

Menschen stehen in einer Schlange an, um sich in einem Einkaufszentrum in Neumünster impfen zu lassen. Foto: Markus Scholz/dpa Vergrößern
Menschen stehen in einer Schlange an, um sich in einem Einkaufszentrum in Neumünster impfen zu lassen. © Markus Scholz/dpa

In einer 200 Meter lange Schlange warteten die Menschen in Osnabrück. "Der Bedarf scheint groß zu sein", sagte ein Stadtsprecher. "Es zeigt, dass sich die Menschen jetzt angesprochen fühlen." 500 Impfdosen von Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson standen zur Verfügung. Er gehe davon aus, dass alles verimpft werde, so der Sprecher zum "NDR".

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In Potsdam warteten Freitag hunderte Menschen am Marktcenter Stunden auf ihre Impfung, schreibt die "Bild". Erst nächsten Donnerstag wird in Potsdam wieder spontan geimpft.

Von "überlasteten Impfteams" in Sachsen berichtet "Die Zeit". So warteten beispielsweise am Hörsaalzentrum der Technischen Universität in Dresden die Menschen stundenlang auf ihre Auffrischung. 300 Menschen wurden an einem Tag geimpft - 200 mussten weggeschickt werden.

Laut "MDR" hatten die mobilen Impfteams in einem Brief an die Landesregierung und das Gesundheitsministerium eine Aufstockung der mobilen Impfangebote gefordert. In den vergangenen fünf Wochen stieg die Nachfrage nach der Booster-Impfung laut DRK Sachsen um 96 Prozent. 

In Berlin sind nur noch die beiden Impfzentren an der Messe und in Tegel geöffnet - beide im Westen der Stadt. Die Impfzentren im Velodrom in Pankow und in der Arena in Treptow-Köpenick wurden im August geschlossen.

Die Berliner CDU hatte deshalb zuletzt ein Impfzentrum für den Ostteil Berlins gefordert. Hintergrund ist die wieder steigende Nachfrage nach Corona-Impfungen. Es wird aber auch an anderen Orten in der Stadt geimpft. In einem Einkaufszentrum in Pankow stellten sich am Samstag etliche Menschen für eine Impfung oder einen Corona-Test an. (mit dpa)

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