Luisa Neubauer, deutsches Gesicht der Fridays-for-Future-Bewegung. Foto: Fabrizio Bensch/REUTERS
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Hauptstadtlage Klimaaktivistin Luisa Neubauer sieht sich nicht als „German Greta”

Georg Ismar

Luisa Neubauer von "Fridays for Future" wehrt sich gegen interne Vorwürfe. Auch im Nachrichtenüberblick: Wie brandsicher ist der Kölner Dom?

Das Feuer in Notre Dame so kurz vor dem Osterfest löste auch im politischen Berlin Entsetzen und Trauer aus. Im Namen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teilte Regierungssprecher Steffen Seibert auf französisch mit: „Es tut weh, diese schrecklichen Bilder zu sehen.“ Notre Dame sei ein Symbol Frankreichs und unserer europäischen Kultur. US-Präsident Donald Trump empfahl via Twitter, man solle Löschflugzeuge schicken, um das gewaltige Feuer unter Kontrolle zu bringen. Brandschutzexperten hielten das für wenig hilfreich, wenn man nicht das ganze Kirchenschiff durch solche Wasserabwürfe zum Einsturz bringen wolle. 

Das Inferno wirft die Frage auf, ob so ein Feuer auch im Kölner Dom möglich wäre. Dompropst Gerd Bachner betonte, die Brandgefahr sei hier wesentlich geringer, da der Dachstuhl erst im 19. Jahrhundert gebaut worden sei und zwar nicht aus Holz, sondern aus Stahl. Deshalb habe der Dom auch die schweren Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg überstanden. Die aktuelle Entwicklung lesen Sie hier.

Neubauer: "Ich habe es mir nicht ausgesucht"

In gut einem Monat steht die Europawahl an. Das Bundesverfassungsgericht hat nun in einem wegweisenden Urteil entschieden, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung, die dauerhaft betreut werden und „schuldunfähige Straftäter“, die in Psychiatrien untergebracht sind, an der Wahl am 26. Mai teilnehmen dürfen. Vorausgegangen war ein Eilantrag von FDP, Grünen und Linken. Immerhin über 80.000 Menschen können davon profitieren.

Im deutschen Ableger der Fridays-for-Future-Bewegung knirscht es. In internen, dem Tagesspiegel vorliegenden Chats wird dem Gesicht in Deutschland, Luisa Neubauer, vorgeworfen, zu sehr im Rampenlicht zu stehen. Sie selbst sagt im Gespräch mit dem Tagesspiegel: „Ich habe es mir mit Sicherheit nicht ausgesucht, plötzlich eine öffentliche Person zu sein.“ Wann immer möglich, gebe sie Anfragen ab, damit die vielen anderen Gesichter sichtbar würden. Zur Verleihung der Goldenen Kamera sei sie zunächst von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg eingeladen worden, zu einem Treffen mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama habe man sie zusammen mit jungen Leuten aus ganz Europa angefragt.

Letztlich zeigen sich hier die Wachstumsschmerzen einer plötzlich an enormer Dynamik gewinnenden Bewegung. Neubauer hat betont, nicht die „German Greta“ sein zu wollen. Die schwedische Greta ist übrigens am Mittwoch bei Papst Franziskus zu Gast, natürlich angereist mit dem Zug. Die ganze Geschichte lesen Sie im Tagesspiegel am Dienstag.

Konkurrenzkampf ums Kanzleramt

Es gibt eine ganz interessante neue Umfrage: Lässt man mal die Parteien weg und schaut nur auf die Personen, gäbe es für die Zeit nach Angela Merkel einen Dreikampf um das Kanzleramt. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer kommt da auf 28 Prozent, gefolgt von SPD-Vizekanzler Olaf Scholz (24 Prozent) und Grünen-Überflieger Robert Habeck (20 Prozent).

Wir haben uns die Planspiele von AKK, aber auch die Hoffnungen des Olaf S. genauer angeschaut. Der hat ja schon als Hamburger Bürgermeister seine Bewerbung geschrieben, Titel des Buchs: „Hoffnungsland.“ Erinnert sei auch an ein Zitat, das er 2016 wohl weniger auf Sigmar Gabriel oder Martin Schulz bezogen hat: „Wenn wir einen Kandidaten aufstellen, den die Bürgerinnen und Bürger als Kanzler wollen, wirkt sich das bei Wahlen aus, das gibt schnell zehn Prozentpunkte obendrauf“. Für die SPD seien dann 30 Prozent plus x drin. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – denn die erste Hürde könnte bereits zu hoch sein: Die eigene Partei.

Die Hauptstadtlage von Maria Fiedler und ihrem Team ist Teil der Tagesspiegel-Morgenlage, dem Nachrichtenüberblick für Politik-Entscheider. Kostenfrei anmelden kann man sich hier.

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