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Finanzminister Christian Lindner (CDU) sieht Deutschland in einer „fragilen Lage“. Foto: Michael Kappeler/dpa
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Harte Kritik von den Linken Lindner fordert „mehr Überstunden, um Wohlstand zu sichern“

Einen „Kriegssoli“ lehnt der Bundesfinanzminister weiter ab. Für seine konzernfreundlichen Ansichten kommt Kritik nicht nur aus der Opposition.

Die Linken-Fraktion hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) kritisiert, weil er sich für mehr Überstunden der Deutschen in der wirtschaftlich angespannten Lage ausgesprochen hat.

„Deutsche Aktienunternehmen zahlen dieses Jahr zusammen 70 Milliarden Euro Dividenden aus, so viel wie nie zuvor. Und Christian Lindner fordert mehr Überstunden, um die Wirtschaft zu stabilisieren“, sagte Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linken-Fraktion im Bundestag, am Freitag in Berlin. „Vielleicht sollten ihn seine Koalitionspartner SPD und Grüne mal daran erinnern, dass nicht die Konzerne, sondern die Bevölkerung sie gewählt haben.

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Lindner hatte zuvor die Forderung seines baden-württembergischen Amtskollegen Danyal Bayaz (Grüne) nach einem „Kriegssoli“ zurückgewiesen. Massive Steuererhöhungen wie ein „Kriegssoli“ seien geeignet, die wirtschaftliche Entwicklung zu strangulieren, warnte der FDP-Vorsitzende.

„Wir brauchen mehr Wachstumsimpulse, mehr Gründungen, mehr Überstunden, um unseren Wohlstand zu sichern. Steuererhöhungen würden die Stärkung der Wirtschaftslage sabotieren“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Wir sind in einer fragilen Lage. Einerseits fürchten die Menschen, durch die Inflation ihr Leben nicht bezahlen zu können. Andererseits muss ein Absturz der Wirtschaft verhindert werden“, so Lindner weiter.

Das Einhalten der Schuldenbremse sei ein wichtiger Beitrag zur Inflationsbekämpfung. „Die auch für Baden-Württemberg stark steigenden Zinsen sollten meinen geschätzten Kollegen veranlassen, dem Bund keine neuen Schulden zu empfehlen“, sagte der FDP-Vorsitzende.

Katrin Göring-Eckardt, grüne Vizepräsidentin des Bundestags, hält die Vorschläge ihres Parteifreunds Bayaz dagegen für gut. „Der Bundesfinanzminister sollte sie nicht einfach wegwischen“, kritisierte Göring-Eckardt. „Reichtum verpflichtet. Dieses Prinzip sollte wieder stärker gelten.“ Zu einer notwendigen Umverteilung der Härten der Krisen gehörten auch zielgenaue Entlastungen. Ein Sprecher des SPD-geführten Bundesarbeitsministeriums sagte dazu, „dass aus unserer Sicht eine Erhöhung der Überstunden nicht diskutiert wird“. (dpa)

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