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Wurde am Freitag zum CSU-Generalsekretär ernannt: Martin Huber. Foto: Peter Kneffel/dpa
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„Hätte nicht promoviert werden dürfen“ Plagiatsvorwürfe gegen neuen CSU-Generalsekretär Huber

Gerade im neuen Job, schon unter Druck: Bereits am Anfang der Doktorarbeit Hubers finden sich einem Experten zufolge etliche Zitate ohne Quellen.

Kurz nach seiner Ernennung sind Plagiatsvorwürfe gegen den neuen CSU-Generalsekretär Martin Huber lautgeworden. Einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge stieß der Experte Jochen Zenthöfer in Hubers Dissertation auf zahlreiche Plagiate. Allein auf den ersten 26 Seiten fänden sich insgesamt 25 Zitate ohne oder mit falscher Quellenangabe. "Mit dieser Arbeit hätte Herr Huber nicht promoviert werden dürfen", sagte Zenthöfer der "BamS". Es lägen "eklatante Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis vor".

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Hintergrund sind Recherchen des Plagiatsforschers für ein Buch. Dabei war Zenthöfer auch auf zahlreiche zweifelhafte Stellen in Hubers Doktorarbeit gestoßen, hielt den Verfasser jedoch für zu unbedeutend, um ihn in das Buch aufzunehmen. Huber war bis vor Kurzem einfacher Landtagsabgeordneter. Er sei „aus allen Wolken gefallen“, sagte Zenthöfer dem Blatt, als dieser jetzt zum CSU-Generalsekretär berufen wurde.

Der FDP-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Martin Hagen, forderte den 44-Jährigen auf, seinen Doktortitel vorerst nicht mehr zu führen. Huber selbst sagte der "BamS", er habe seine Doktorarbeit "nach bestem Wissen und Gewissen erstellt". Dennoch bitte er "aus Gründen der Transparenz" die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Arbeit erneut zu überprüfen.

Huber hatte am Freitag die Nachfolge von Stephan Mayer als CSU-Generalsekretär angetreten. Dieser war zuvor nach nur wenigen Wochen im Amt offiziell aus "gesundheitlichen Gründen" zurückgetreten. Vorausgegangen war ein offenbar eskalierter Streit um das Privatleben Mayers, bei dem dieser einen Journalisten bedroht haben soll.

CSU-Chef Markus Söder sieht in dem neuen Generalsekretär der Partei, Martin Huber, einen "echten Teamplayer". Als Landtagsabgeordneter sei Huber in der Fraktion, zugleich aber auch in der Partei "sehr verankert", für die er das neue Grundsatzprogramm schreibe, sagte der Bayerns Ministerpräsident am Freitag in München. Damit bringe er auch alle Voraussetzungen mit, um den Wahlkampf für die Landtagswahl 2023 strategisch auszurichten.

Bei der Wahl des neuen Generalsekretärs war laut Söder am Ende wichtig, "dass ich keine Lücke im Kabinett reißen wollte". Neben Huber war im Vorfeld unter anderem die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber als mögliche Nachfolgerin des zurückgetretenen Mayer gehandelt worden. (AFP, Tsp)

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