Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Ein Migrant steht mit zwei Kindern vor einem Stacheldrahtzaun im neu errichteten temporären Flüchtlingslager in Kara Tepe. Foto: dpa/Panagiotis Balaskas
© dpa/Panagiotis Balaskas

Grüner filmt Minensuche in neuem Flüchtlingslager „Das Wahnsinnigste, das heute in Europa passiert“

Das Übergangslager für die Moria-Flüchtlinge ist auf einem früheren Truppenübungsplatz. Der Grüne Erik Marquardt hält das Gelände für „völlig verseucht“.

Das nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria errichtete Übergangslager auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände auf der griechischen Insel Lesbos ist nach Angaben des Grünen-Politikers Erik Marquardt „mit Sicherheit völlig verseucht.“ Das berichtet der Europaparlamentarier auf seinem Instagram-Account und verweist auf ein selbstgedrehtes Video.

„Wenn ihr das Wahnsinnigste sehen wollt, das heute in Europa passiert, schaut dieses Video“, kommentiert Marquardt die gefilmte Szene. Auf dem Video ist nach Angaben von Marquardt ein Soldat zu sehen, der an der Stelle, wo sich das Camp befindet, „nach Minen sucht oder nach Blindgängern“. Es gebe bereits Funde von alten Mörsergranaten, berichtet der Grünen-Politiker weiter.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Es sei nicht nur „vollkommener Wahnsinn“, wenn auf dem Gelände etwas in die Luft fliege, sondern das Gelände sei auch „vollkommen verunreinigt“. Das sei „lebensgefährlich, dort Menschen unterzubringen, die mit Chemikalien in Kontakt kommen, besonders für Kinder“, sagt Marquardt in dem Video.

Die Szenen seien „unvorstellbar wahnsinnig“ und müssten verbreitet werden, sagt der Grünen-Politiker abschließend. „Wie tief kann man sinken, um Menschen, die aus Bürgerkriegen geflohen sind, mit so einer Situation zu konfrontieren?“, kommentiert er seinen Beitrag auf Instagram.

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria von 8. auf den 9. September waren rund 12.700 Migranten obdachlos geworden und mussten ohne Infrastruktur auf der Straße schlafen. Am Donnerstag begann die Polizei damit, die Menschen in das neu errichtete Zeltlager auf der griechischen Insel zu eskortieren.

[Lesen Sie hier ein Interview mit Erik Marquardt zur Situation auf Moria.]

Das Übergangslager auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Nähe des Hafens der Inselhauptstadt Mytilene sei mittlerweile nahezu belegt, teilte das griechische Migrationsministerium am Samstag mit. Es seien 9000 Flüchtlinge in der für maximal 10.000 ausgelegten Unterkunft untergebracht.

Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) unterstützt das neue Lager „als Übergangslösung“. Für eine langfristige Unterbringung der Flüchtlinge sei es aber nicht geeignet. "Die griechischen Behörden müssen die Zukunft des Standortes klären“, erklärte das UNHCR. (mit AFP, dpa)

Zur Startseite