Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Foto: imago/Sven Simon
© imago/Sven Simon

Großbritannien Knobloch: Antisemitismus in Corbyns Labour-Partei

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat dem britischen Labour-Chef Antisemitismus in seiner Partei vorgeworfen.

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat dem britischen Labour-Chef Antisemitismus in seiner Partei vorgeworfen. „Die Labour-Party (...) hat sich unter dem Vorsitz von Jeremy Corbyn in den vergangenen Jahren zu einem der eklatantesten Problemfälle Europas in Hinblick auf politischen Antisemitismus entwickelt“, sagte Knobloch am Mittwoch beim Holocaust-Gedenken im Europaparlament. Unter Corbyns Führung habe Labour „die politische Mitte weit hinter sich gelassen“.

Bereits in der vergangenen Woche hatte Knobloch die AfD bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus im bayerischen Landtag für die Verharmlosung des Holocausts kritisiert. Abgeordnete der rechtspopulistischen Partei verließen daraufhin demonstrativ den Plenarsaal.

Kritiker werfen Corbyn eine einseitige Unterstützung der Palästinenser im Nahostkonflikt vor. Im vergangenen August räumte er in einem Video öffentlich ein, dass seine Oppositionspartei ein Problem mit Antisemitismus habe. Disziplinarverfahren gegen antisemitische Parteimitglieder seien zu langsam und zu zaghaft betrieben worden.

Im Europaparlament in Brüssel warnte Knobloch, der Judenhass erhebe in allen gesellschaftlichen Schichten und politischen Spektren „sein hässliches Haupt“. „Kräfte wie die AfD, die Vertreter der antisemitischen BDS-Kampagne und radikale Muslime mögen wenig miteinander gemein haben - nur der Antisemitismus eint sie alle.“ BDS steht für „Boykott, Desinvestment und Sanktionen“ gegenüber Israel.

Die Vorsitzende der Israelitschen Kultusgemeinde München und Oberbayern appellierte an die Europaparlamentarier sowie anwesende Mitglieder der EU-Kommission, sich jeder Form von Judenhass entgegenzustellen. „Die Freiheit und die Demokratie, die wir heute genießen, sind immer nur so stark, wie der Einsatz der Demokratie für sie ist. Und die Bereitschaft der Mehrheit, sie gegen eine energische, hasserfüllte Minderheit zu verteidigen.“ (dpa)

Zur Startseite