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Auf der Terrasse eines Cafés in Marseille überprüft ein Kellner einen Gesundheitspass. Foto: Christophe Simon/AFP
© Christophe Simon/AFP

Gesundheitspass in Frankreichs Cafés Bistro-Betreiber befürchten Flaute

Seit Montag gilt in Frankreich auch in Cafés und Restaurants eine Nachweispflicht für Geimpfte und Getestete. Mancherorts bleiben Kunden weg.

Erneut müssen sich die Franzosen seit Montag nach 17 Monaten Erfahrung mit der Corona-Krise umstellen. Der Gesundheitspass, der bislang in Kinos und Theatern vorgezeigt werden musste, ist nun in weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens Pflicht – etwa in Restaurants und Cafés, Fernzügen und Einkaufszentren. Die neue Regel, die zunächst bis Mitte November und nur für Erwachsene gilt, ist auch für Besuche im Krankenhaus vorgesehen.

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Vor allem die Betreiber von Restaurants und Cafés befürchten, dass die Ausweitung beim Gesundheitspass zu Umsatzeinbußen führen wird. Der Radiosender RTL berichtete am Montag, dass im Bistro « La Rotonde » in Toulouse trotz guten Wetters am Montag die Hälfte der Kunden weggeblieben seien. Auch in Bordeaux berichtete die Nachrichtenagentur AFP über eine normalerweise ausbuchte Brasserie, wo es zur Mittagszeit keine einzige Reservierung gegeben habe.  Die Nachweispflicht gilt nicht nur im Inneren der Restaurants und Cafés, sondern auch auf den Terrassen.

Die Neuregelung sieht vor, dass nun auch in den Cafés und Zügen nur noch Zugang hat, wer geimpft oder genesen ist beziehungsweise einen Negativ-Test vorweisen kann, welcher höchstens 72 Stunden alt ist. Mit der Verschärfung möchte die Regierung die Pandemie eindämmen.

Besonders im Süden Frankreichs werden hohe Infektionszahlen verzeichnet. In Paris ist die Sieben-Tage-Inzidenz derweil inzwischen wieder unter die Marke von 200 gesunken. Im gesamten Land wurden am Sonntag fast 8700 Covid-Patienten registriert, von denen sich 1556 auf Intensivstationen befanden.

Gesundheitsminister hofft auf zehn Millionen zusätzliche Impfungen

Neben der Infektionsbekämpfung verspricht sich die Regierung von der Ausweitung beim Gesundheitspass ein schnelleres Impftempo. Am Wochenende hatte Gesundheitsminister Olivier Véran gegenüber der Zeitung « Le Parisien » die Rechnung aufgemacht, dass sich angesichts der Verschärfung möglicherweise zehn Millionen Franzosen zu einer Impfung durchringen könnten. Nach gegenwärtigem Stand haben 65 Prozent der Franzosen zumindest eine Impfdosis erhalten ; 49 Prozent sind vollständig geimpft.

Ab 15. September tritt Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen in Kraft

Seit Montag muss auch das Personal im Gesundheitswesen den Nachweis beim Betreten der Arbeitsstätten vorweisen, bevor am 15. September eine Impfpflicht für Pfleger und Krankenschwestern in Kraft tritt. Die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, zu denen auch Feuerwehrleute gehören, sowie die Bestimmungen für den Gesundheitspass hatten auch wieder am vergangenen Wochenende einen landesweiten Protest ausgelöst. Diesmal waren landesweit 237.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Präsident Emmanuel Macron, der in acht Monaten zur Wiederwahl antreten will, setzt derweil auf eine Unterstützung durch die Mehrheit der Bevölkerung. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Elabe haben mindestens 55 Prozent der Franzosen kein Problem damit,  dass sie sich nur mit einem Gesundheitspass Zugang zu bestimmten Orten verschaffen können.

 

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