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Die undatierte, vom Council of the Syrian Charter herausgegebene, Aufnahme zeigt Prinz Mulham al-Schibli vom Fawara-Stamm aus Syrien beim Unterzeichnen des „Verhaltenskodex für ein syrisches Zusammenleben“. Foto: uncredited/Council of the Syrian Charter/dpa
© uncredited/Council of the Syrian Charter/dpa

Geheimgespräche in Berlin Syrer suchen nach Auswegen aus langjährigem Bürgerkrieg

Eine Gruppe einflussreicher Syrer hat geheime Gespräche in Berlin geführt. Ihr Ziel: Einen Weg aus dem Konflikt in ihrer Heimat zu finden.

Eine Gruppe einflussreicher Syrer hat sich zu geheimen Gesprächen in Berlin getroffen, um über Auswege aus dem langjährigen Konflikt in ihrer Heimat zu beraten. Die Teilnehmer des zweitägigen Treffens kamen aus verfeindeten Lagern: Sie reisten sowohl aus dem Gebiet unter Herrschaft der syrischen Regierung als auch aus dem Exil an. Darunter waren Angehörige wichtiger Familien und Stämme genauso wie prominente Einzelpersonen.

Bei dem Treffen in dieser Woche sprachen sie zwar ohne offizielles Mandat, aber mit dem Ziel, nach fast elf Jahren Bürgerkrieg einen Ausgleich zu finden. Die Initiative sieht sich als Ergänzung zu den offiziellen Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition unter UN-Vermittlung in Genf, die seit langem festgefahren sind. Es gehe darum, die Kluft zwischen den verfeindeten Lagern zu überbrücken, sagte der Deutsch-Syrer Naseef Naeem, der das Treffen moderierte.

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Der Konflikt in Syrien hatte im März 2011 mit friedlichen Protesten begonnen, gegen die die Regierung mit Gewalt vorging. Daraus entwickelte sich der Bürgerkrieg. Mit Hilfe ihrer Verbündeten, Russland und Iran, beherrschen die Anhänger von Präsident Baschar al-Assad mittlerweile wieder rund zwei Drittel des Landes. Der Rest stehen unter Kontrolle von türkischen Truppen, Rebellen oder Kurden.

Die Anfänge der geheimen Gespräche gehen rund sechs Jahre zurück. 2017 einigten sich die Teilnehmer nach teils sehr konfliktreichen Gesprächen auf einen „Verhaltenskodex für ein syrisches Zusammenleben“ mit insgesamt elf Prinzipien. Diese sollen irgendwann als Grundlage für einen Frieden dienen. In den vergangenen Jahren traf sich die Runde in wechselnder Besetzung an verschiedenen Orten. (dpa)

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