SPD-Politiker Sigmar Gabriel während einer aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag. Foto: dpa/ Wolfgang Kumm
© dpa/ Wolfgang Kumm

Früherer SPD-Parteichef Sigmar Gabriel gibt Bundestagsmandat ab

Der ehemalige Außenminister Sigmar Gabriel gibt zum 1. November sein Bundestagsmandat ab. Der SPD-Politiker schreibt von "sehr persönlichen Gründen".

Der frühere SPD-Parteichef Sigmar Gabriel wird sein Bundestagsmandat zum 1. November abgeben. Das hat er am Donnerstag in einem Schreiben an Freunde und Weggefährten angekündigt, das auch dem Tagesspiegel vorlag. Auch die Deutsche Presse-Agentur berichtete darüber.

Der Schritt sei ihm "nach 30 Jahren Parlamentszugehörigkeit" nicht leicht gefallen, insgesamt acht Mal habe er sich seit 1990 für die SPD direkt in ein Parlament wählen lassen. „Wenn ich jetzt nach etwas mehr als der Hälfte der Legislaturperiode schon ausscheide, hat das sehr persönliche Gründe“, schreibt der frühere Außenminister, der für den niedersächsischen Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel im Bundestag sitzt.

„Für mich war das Heranrücken des etwas „magisch“ wirkenden 60. Geburtstages schon seit längerem Anlass, über meine weitere politische und berufliche Tätigkeit nachzudenken.“ Gabriel feierte erst Mitte September seinen 60. Geburtstag.

Der wichtigste Grund für sein Ausscheiden sei das Gefühl, dass er nun noch einmal die Chance habe, etwas Neues anzufangen. Zwei Lehraufträge an den Universitäten Bonn und Harvard, die Arbeit als Redner und das Ehrenamt als Vorsitzender der Atlantik-Brücke beschäftigten und beanspruchten ihn zunehmend. „Beides - das Abgeordnetenmandat und diese neuen Aufgaben - parallel wahrzunehmen, halte ich nicht für vertretbar“, schrieb er weiter.

Zudem habe er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt als Außenminister zunehmend den Eindruck gewonnen, dass die SPD auf Bundesebene seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht mehr bedürfe. "Und wenn man nicht mehr recht gebraucht wird, dann soll man besser gehen", so der SPD-Politiker. Gabriel sitzt seit 2005 im Bundestag. Erst Ende Mai hatte er die drei Vorsitzenden seiner regionalen SPD-Kreisverbände darüber unterrichtet, dass er bei der nächsten Wahl nicht mehr für den deutschen Bundestag kandidieren wird. (mit dpa)

Zur Startseite