Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Ein Polizist geht zu einer Gruppe von Menschen, die hinter einem Bauzaun unter Quarantäne stehen. Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies verhängen die Behörden einen Lockdown auch für den Kreis Gütersloh und den Nachbarkreis. Foto: David Inderlied / dpa
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Fragen des Tages Wut auf Tönnies und Rote-Corona-Ampel in Berlin

Erfolg der Kritiker bei Uploadfiltern + Kein Marathon in Berlin + Zu viel der Trauer um Galeria Karstadt Kaufhof? + Themen und Debatten des Tages im Newsletter.

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Was ist passiert?
• Wut auf Tönnies und Risikofaktor Klimaanlage
Die Wut auf den Fleischfabrikanten Tönnies im Kreis Gütersloh ist groß. Denn aufgrund des Corona-Ausbruchs in dessen Fabrik steht jetzt eine ganze Region unter Generalverdacht - mit drastischen Folgen für die Menschen, wie Fabian Löhe beschreibt. Weitere Entwicklungen rund um Covid-19 und den dabei möglicherweise unterschätzten Risikofaktor Klimaanlage können Sie hier im Blog nachlesen.

• Rote-Corona-Ampel in Berlin, 36 Kita-Kinder in Quarantäne und kein Marathon
Die registrierten Corona-Neuinfektionen steigen in Berlin wieder an. In Neukölln und Friedrichshain stehen Wohnblöcke unter Quarantäne, in einer Kita in Schöneberg wurden jetzt 36 Kinder und fünf Erzieherinnen in Quarantäne versetzt, eine der drei Corona-Ampeln in der Haupstadt steht auf Rot. Mehr zu den Entwicklungen in Berlin können Sie hier lesen.
Außerdem ist wegen des Corona-Virus der Berlin-Marathon in diesem Jahr endgültig abgesagt worden.

• US-Immunologe Fauci widerspricht Donald Trump
Der US-Präsident will weniger Corona-Tests, damit die Zahlen nicht so steigen. Sein Immunologe sagt dagegen: "Wir werden mehr testen, nicht weniger."

• Erfolg der Kritiker – Justizministerium will Uploadfilter vermeiden
Mehr als ein Jahr ist es her, dass Teile der europäischen Urheberrechtsreform in der Netzgemeinde Ängste vor Uploadfiltern geschürt haben. Nun will Justizminister Christine Lambrecht (SPD) den Usern entgegenkommen, schreibt Lina Rusch.

• Wirecard Ex-Vorstand Marsalek will sich auch der Staatsanwaltschaft stellen
Seit diesem Mittwoch wurde der frühere Vorstand des Bankendienstleisters Wirecard Jan Marsalek in dem milliardenschweren Bilanzskandal per Haftbefehl gesucht. Nun will er sich stellen – um wie Ex-Wirecard-Chef Markus Braun wieder auf freien Fuß zu kommen.

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© Kariaktur: Klaus Stuttmann


Was wurde diskutiert?
• Ist die Trauer um Warenhäuser übertrieben? 62 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof sollen in Deutschlad geschlossen werden, sechs davon in Berlin. Der Aufschrei ist groß - wegen der Menschen, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren, und wegen der Sorge, was der Wegfall der Kaufhäuser für die betroffenen Innenstädte bedeutet. Mein Kollege Bernhard Schulz hingegen kann die Aufregung nicht nachvollziehen, ja hält sie sogar für rückwärtsgewandt. Eine These, die auch von unseren Lesern und Leserinnen heftig debattiert wurde.

• Wie ignorant darf ein Tennis-Profi eigentlich sein? Der Tennis-Weltranglistenerste Novak Djokovic hatte aus Protest gegen Corona-Maßnahmen bei den großen Tennisturnieren flugs seine eigene „Adria-Tour“ organisiert. Mit dem Ergebnis, dass zahlreiche Spieler und Helfer, darunter Djokovic selbst und seine schwangere Frau, mit dem Coronavirus infiziert sind. Allen ist jetzt nur gute Gesundheit zu wünschen. Klar ist aber auch, dass Djokovic mit seiner Arroganz Leben riskiert hat, kommentiert Tilman Schröter. Djokovics Ignoranz sollte den US-Open eine Warnung sein.

Demonstranten in Washington. Foto: Jim Watson/AFP Vergrößern
Demonstranten in Washington. © Jim Watson/AFP


Was soll ich lesen?
• Was verbindet Fridays for Future, die MeToo-Bewegung und die Black-Lives-Matter-Aktivist*innen? Es ist die neue Generation, die die Systemfrage stellt. Und die Coronakrise offenbart hier die Zusammenhänge: Weltweit verzahnen sich soziale Bewegungen und begehren gegen den kapitalistischen Realismus auf, schreibt Carolin Wiedemann in ihrem weltumspannenden Essay.

• Und keiner sagt "Danke" Sie leeren Mülleimer voller Taschentücher, schrubben Büros, in denen Infizierte saßen, aber applaudiert hat Reinigungspersonal wie Sylvia dafür noch keiner. Marie Rövekamp beschreibt, was es bedeutet, in Corona-Zeiten Putzfrau zu sein.

• „Für mich ist der Döner eine Brücke zwischen den Menschen“ Beim Projekt „Schalom Aleikum“ setzt sich Tarik Kara vom legendären Kreuzberger Mustafa's Gemüse Kebap für den Dialog zwischen Juden und Muslimen ein. In einem Buch erzählt er, wie es dazu kam.

Was können wir unternehmen?

Etwas Feines kochen: Ein Reisgericht ohne Reis? Klingt seltsam, schmeckt aber lecker. Meine Kollegin Susanne Leimstoll empfiehlt heute ein Risotto aus Gerstengraupen.

Etwas Gutes lesen: Die so radikale wie hochintelligente Maryse Condé hat ihre Biografie verfasst. Condé ist eine der großen Stimmen der französisch-afrikanischen Literatur. Ihr Werk "Das ungeschminkte Leben" kreist um die ganz großen Fragen: Was bedeutet es, schwarz zu sein? Gibt es eine „richtige“ Art, das zu fühlen?

Mal wieder einem Chor lauschen: Und zwar auf Youtube. Die Chöre der Kreuzberger Gemeinde Heilig Kreuz-Passion singen "Isolation" von Philip Lawton, los soll es gehen um 20 Uhr 30.


Was sollte ich für morgen wissen?
Bei der Lufthansa kommt es am Donnerstag zum Showdown - dann entscheidet sich, ob das Rettungspaket greift, oder ob der Weg in die Insolvenz eingeschlagen wird. Mehr dazu weiß Alfons Frese.

Außerdem beginnt die Abstimmung über die größte Verfassungsänderung der russischen Geschichte, die Kremlchef Wladimir Putin weiter die Macht bis mindestens ins Jahr 2036 sichern soll. Warum die Abstimmung eine Farce ist, der mächtige Präsident aktuell gar nicht mehr so mächtig wie einst, und was das mit der großen Militärparade in Moskau an diesem Mittwoch zum Kriegsende zu tun hat, weiß Oliver Bilger.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey stellt am Donnerstag neue Zahlen zu weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland vor. Immer mehr Mädchen und Frauen werden Opfer dieser furchtbaren Gewalttat. Ronja Ringelstein beschreibt hier, was man in Berlin dagegen zu tun versucht.

Zahl des Tages: 50.000
50.000 Arbeitslose mehr als 2019: Berlin ist in Deutschland am härtesten von der Corona-Arbeitslosigkeit betroffen. Touristen fehlen, Messen wurden abgesagt. Helena Wittlich zeigt Ihnen, welche Branchen es besonders beutelt.

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