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RKI-Präsident Lothar Wieler (l.) und Gesundheitsminister Jens Spahn warnen vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie. Foto: Fabrizio Bensch/dpa
© Fabrizio Bensch/dpa

Fragen des Tages Spahns Corona-Warnung, Duda zittert und gewinnt – das war heute wichtig

Außerdem: Aussichtloser Kampf gegen Kindesmissbrauch in Berlin, Erdogan in der Türkei mit dem Rücken zur Wand und fünf Gründe für einen Corona-Herbststurm.

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Was ist passiert?

• Spahn: Ballermann darf kein zweites Ischgl werden. Der Gesundheitsminister warnt vor einem vorschnellen Sicherheitsgefühl in der Corona-Pandemie: „Die Gefahr einer zweiten Welle ist real“, sagte Spahn. Es sei besser, ein mal zu vorsichtig zu sein - besonders im Urlaub. „Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird." Damit bezog er sich auf Berichte über Deutsche, die in Palma de Mallorca gefeiert und die Hygiene-Regeln ignoriert hatten.

• Duda bleibt Präsident. Herausforderer Trzaskowski lässt die Regierungspartei zittern. Doch deren Anhänger gehen noch disziplinierter zur Wahl als die der Opposition. Lesen Sie von meinem Kollegen Christoph von Marschall: Land besiegt Stadt – und die Senioren besiegen die Jüngeren. 

• Als nächstes geht es den Frauenrechten an den Kragen. Erdogan steht mit dem Rücken zur Wand. Der türkische Präsident hat mit der Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee den Islamisten und Nationalisten nachgegeben. Lesen Sie hier, was nach Auffassung unserer Türkei-Korrespondentin Susanne Güsten daraus folgt.

• Wie geht es weiter bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz? Heute wurde offiziell das Gutachten des Wissenschaftsrats zur Auflösung der Stiftung vorgestellt. „Ich sehe eine große Chance für einen neuen weg“, sagt Hermann Parzinger dazu. Lesen Sie hier das Interview meines Kollegen Rüdiger Schaper mit dem Präsidenten der Stiftung.

• Berlin hebt Einschränkungen bei Kontaktsportarten auf. Sportsenator Andreas Geisel hat beschlossen, die Einschränkungen beim Kontaktsport am Dienstag aufzuheben. Der Mindestabstand muss dann nicht mehr eingehalten werden. Damit ist, wie meine Kollegin Sabine Beikler schreibt, nicht nur Fußball wieder möglich, sondern auch Rudern, Judo, Hockey und Co.

Präsident Andrzej Duda mit Ehefrau Agata Kornhauser-Duda (links) und Tochter Kinga. Foto: Czarek Sokolowski/AP/dpa Vergrößern
Präsident Andrzej Duda mit Ehefrau Agata Kornhauser-Duda (links) und Tochter Kinga. © Czarek Sokolowski/AP/dpa

Was könnte ich heute aus dem Plus-Bereich lesen?

• Warum „Mohr“ ein positiver Begriff ist. Martenstein zur Umbenennung von Straßennamen. Sollte man Straßen überhaupt noch nach Personen benennen? Unser Kolumnist hat ein bisschen in der Geschichte geforscht. Das Ergebnis dürfte manchen nicht ins Konzept passen.

• Der aussichtslose Kampf der Berliner Polizei gegen Kindesmissbrauch. Viele Fälle, wenig Personal. Die Ermittlungen sind aufwändig, das neue Personal ist unerfahren, die Zeit drängt. Ein Polizist sagt: „Wir stoßen dramatisch an unsere Grenzen.“ Lesen Sie hier das erschütternde Ergebnis der Recherche meines Kollegen Frank Bachner.

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• Fünf Gründe für einen Corona-Herbststurm. Das Virus und die Wirtschaftskrise haben eines gemeinsam: Sie verbreiten sich unbemerkt und sind dann plötzlich da. Lesen Sie hier von meinem Kollegen Robert Birnbaum, warum erste Erfolge gegen die Krise nach den Ferien hinweggefegt werden könnten.

• Was die Quote bringt. Die CDU-Spitze will mit einer Frauenquote die Partei modernisieren. Weiblichen Mitgliedern und Wählerinnen soll mehr Gewicht gegeben werden. Gerd Appenzeller fragt sich: Kann das klappen? 

Welche Tipps gibt es für Plus-Abonnenten?

• Nicht einig mit dem Finanzamt? Wer dem Finanzamt widerspricht, profitiert in den meisten Fällen. Doch einiges gibt es zu beachten. Erfahren Sie hier von meiner Kollegin Heike Jahrberg, wann es sich lohnt, Einspruch gegen den Steuerbescheid einzulegen.

• Preisentwicklung bei Immobilien. In Berlin trifft hohes Kaufinteresse auf niedrige Zinsen - das treibt die Preise. Allein die Wirtschaftsentwicklung könnte zur Trendwende auf den Immobilienmärkten führen. Lesen Sie hier, wie Neubau- und Mietpreise von der Coronakrise beeinflusst werden.

• Kleine Wohnung, großes Chaos. „Man mus sich fürs Aufräumen einen Stundenplan machen.“ .Aufräumberaterin Gunda Borgeest erklärt Schritt für Schritt, wie man wieder Ordnung in sein Zuhause bringt. Und in welchen Punkten Marie Kondo falsch liegt. Hier geht's zum Interview zum Thema „Aufräumen - aber richtig“.

• Corona-Regeln. Wer blickt da noch durch? Nach dem Shutdown taut die Stadt wieder auf. Viele der strengen Regeln wurden gelockert. Doch was gilt jetzt eigentlich? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen.

In der eigenen Partei umstritten. Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der unter anderem die Agenda 2010 auf den Weg brachte. Foto: Broadview Vergrößern
In der eigenen Partei umstritten. Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der unter anderem die Agenda 2010 auf den Weg brachte. © Broadview

Was können wir unternehmen?

Unser Ausflugs-Tipp: Zwischen goldenen Ananas, grüner Idylle und makabren Geheimnissen. Auf den Spuren von Fürst Pückler in Brandenburg. Im Schlosspark Branitz bei Cottbus hat sich der Fürst im 19. Jahrhundert sein Paradies geschaffen.

Unser TV-Tipp: Held oder Verräter der SPD? Eine Arte-Doku zeigt die vielen Seiten von Gerhard Schröder: Genosse, Kraftkerl, Bügler - Torsten Körner porträtiert in „Gerhard Schröder – Schlage die Trommel“ den umstrittenen SPD-Politiker als Mann der Widersprüche. Arte, Dienstag um 21:45 Uhr.

Unser Lese-Tipp: Moderne Überwachungsstaaten. Der Sci-Fis-Thriller „Paradise City“ blickt in eine vertraute Zukunft Autorin  Zoë Beck erzählt die Geschichte einer Journalistin im Big-Tech-Überwachungsstaat. Wie weit ist die hier beschriebene Zukunft noch entfernt? 

[Behalten Sie den Überblick über die Corona-Entwicklung in Ihrem Berliner Kiez. In unseren Tagesspiegel-Bezirksnewslettern berichten wir über die Krise und die Auswirkungen auf Ihre Nachbarschaft. Kostenlos und kompakt: leute.tagesspiegel.de.]

Was sollte ich für morgen wissen?

Wohnungsunternehmen stellen Trends vor. Der neue Jahresbericht zur Entwicklung der sozialen Wohnungswirtschaft zeigt erkennbare Unterschiede in Brandenburg. Im Berliner Umland soll die Neubautätigkeit stark sein, während sich in einigen Regionen mit deutlichem Leerstand die Entwicklung noch verfestigt.

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen stellt die konkreten Zahlen über Mieten, Wohnkosten, Leerstände und Abrisse vor. Dabei geht es unter anderem um dynamische Umbrüche durch große Firmenansiedlungen, den Strukturwandel in der Lausitz und die geplante Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER.

Diesen Radweg an der Holzmarktstraße gibt es seit 2018. Friedrichshain-Kreuzberg hat seit 2017 insgesamt 9,2 Kilometer Radweg geschaffen. Andere Bezirke schneiden wesentlich schlechter ab. Foto: Kitty Kleist-Heinrich Vergrößern
Friedrichshain-Kreuzberg hat seit 2017 insgesamt 9,2 Kilometer Radwege geschaffen. Andere Bezirke schneiden wesentlich schlechter ab. © Kitty Kleist-Heinrich

Merkel besucht Bayern. Prunkvolle Premiere: Erstmals in ihrer langen Amtszeit nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an einer Sitzung des bayerischen Kabinetts teil - auf Einladung von CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder.

Thematisch geht es bei dem Arbeitstreffen im von König Ludwig II. erbauten Schloss Herrenchiemsee in erster Linie um die am 1. Juli begonnene deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Für den Rest der Republik schwebt aber über dem Treffen ein Hauch von “Kanzlerin besucht Noch-Nicht-Kanzlerkandidaten“. Das macht es besonders reizvoll.

Organisation will Produktion von Spielzeug überwachen. Die Einhaltung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und ökologischen Standards in der Spielzeugbranche soll künftig die Fair Toys Organisation kontrollieren. Diese will sich am Dienstag in Nürnberg gründen. Daran beteiligen sich gleichberechtigt Händler, Hersteller und gesellschaftliche Gruppen, die sich für Arbeits- und Menschenrechte sowie Umweltbelange einsetzen.

Zahl des Tages

100, wenn nicht noch weniger, Kilometer neue Radwege sind in Berlin seit 2017 entstanden. Das ist nicht viel. Unter „Verkehrswende“ und „Mobilitätsrevolution“ hätte man sich irgendwie irgendetwas GRÖSSERES vorgestellt. Der Berliner fährt ja gern Rad. Er muss nur auch können. Aber die Bezirke schaffen kaum neue Radweginfrastruktur. Einer besonders wenig. Wenn es Sie interessiert, welcher Bezirk das ist – dann lesen Sie das hier.

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