Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Spahn befürchtet eine Explosion der Infektionszahlen im Herbst. Foto: dpa/Wolfgang Kumm
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Fragen des Tages Spahn warnt vor Explosion der Infektionszahlen, Einigung bei Nord Stream 2 – das war wichtig

Außerdem: Laschet und Baerbock verlieren an Zustimmung, 400 Berliner erkrankten trotz Impfung an Corona. Der Nachrichtenüberblick.

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Was ist passiert?

• USA geben offenbar grünes Licht für umstrittene Ostsee-Pipeline. Seit Jahren belastet der Streit um Nord Stream 2 das transatlantische Verhältnis. Nun soll es einen Deal geben – der schon vorab auf Kritik stößt. Was die Einigung bedeutet, welches Kalkül die USA verfolgen und wie sich Russland positioniert, zeigt diese Analyse von Juliane Schäuble und Claudia von Salzen.

• Spahn warnt vor einer Corona-Inzidenz von 800 im Oktober. Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland steigen stetig an. Zuletzt hatte sich die Inzidenzzahl binnen zwölf Tagen verdoppelt. „Jetzt im Juli wird entschieden, wie die Situation im Herbst sein wird”, sagt der Gesundheitsminister.

• CDU/CSU unter 30 Prozent. Grünen-Talfahrt gestoppt - Union rutscht ab. Laut jüngster Forsa-Umfrage hätte eine Koalition aus Union, SPD und FDP die stärkste Mehrheit im Bundestag. Laschet und Baerbock verlieren an Zustimmung.

• Verbot von „Werbung“ für Homo- und Transsexualität - Orban lässt Referendum über umstrittenes LGBTQ-Gesetz abhalten. Ungarns Regierungschef Viktor Orban fordert die Europäische Union heraus. Die hingegen leitete wegen des „Werbeverbots“ ein Vertragsverletzungsverfahren ein.

• Eiscreme-Krise in Nahost - Israel-Boykott von Ben & Jerry‘s führt zu wütenden Reaktionen. Die US-Eismarke Ben & Jerry‘s beendet aus politischen Gründen den Verkauf in den von Israel besetzten Gebieten. Die israelische Regierung ist empört, schreibt Stephan-Andreas Casdorff.

US-Präsident Biden gibt im Streit um Nord Stream 2 offenbar nach. Foto: dpa/Jens Büttner Vergrößern
US-Präsident Biden gibt im Streit um Nord Stream 2 offenbar nach. © dpa/Jens Büttner

Was wurde diskutiert?

• Amerikanische Deeskalation: US-Präsident Biden gibt im Streit um Nord Stream 2 offenbar nach – für eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland bei China. Das ist riskant, meint US-Korrespondentin Juliane Schäuble.

• Überkommene Kleiderordnung im Beachsport - wenn Frauen knappe Höschen tragen müssen. Dass nur spärlich bekleidete Sportlerinnen Höchstleistungen bringen können, darf bezweifelt werden. Trotzdem bleibt die Trikotfrage brisant, meint Ariane Bemmer.

• Schaulaufen der Ungeliebten - die schwere Hypothek der Kanzlerkandidaten. Knapp die Hälfte der Bundesbürger ist weder von Laschet, noch Baerbock, noch Scholz überzeugt. Das könnte im Herbst zur Belastung werden, meint Stephan-Andreas Casdorff.

• Lehren aus der Hochwasserkatastrophe - die Anpassung an den Klimawandel hat jetzt Priorität. Bis besserer Klimaschutz die Erwärmung bremst, können Jahrzehnte vergehen. Gefährdete Dörfer lassen sich durch Baumaßnahmen schneller schützen. Ein Kommentar von Christoph von Marschall.

Zwölf Menschen mit geistiger Behinderung sind in einer Pflegeeinrichtung in Sinzig ertrunken. Foto: REUTERS/Wolfgang Rattay Vergrößern
Zwölf Menschen mit geistiger Behinderung sind in einer Pflegeeinrichtung in Sinzig ertrunken. © REUTERS/Wolfgang Rattay

Was können Abonnent:innen lesen?

• Vom Energiesektor bis zu Gebäuden - die fünf Brennpunkte der deutschen Klimawende: Nach der Flutkatastrophe versprechen Politiker einen „Klimaruck“. Doch welche Maßnahmen ließen sich schnell und effektiv umsetzen? Ein Überblick von Cordula Eubel und Florence Schulz.

• „Wir bleiben immer deine Eltern“ -  wie sagt man dem Kind, dass Mama und Papa sich trennen? Eine Psychologin erklärt, welche Worte die richtigen sind – und welche zu viel. Von Saara von Alten.

• Zwölf Tote in Behinderteneinrichtung  - war die Tragödie von Sinzig vermeidbar? Erste Warnungen gab es bereits drei Tage zuvor, trotzdem überraschte die Flut zwölf Bewohner in einem Lebenshilfehaus in Sinzig. Eine Rekonstruktion von Von Felix Hackenbruch.

• Gefahr für Leib und Seele - „Nach einer Nachtschicht habe ich mein Auto zu Schrott gefahren“. Durch die Pandemie wurde ihre Arbeit noch härter. Fünf Pflegekräfte erzählen hier von ihren schlimmsten Schichten und einer massiven Flucht aus ihrem Beruf. Von Susanne Donner.

Was können wir unternehmen?

Den Shop im Humboldt Forum besuchen: Wilhelm, Alexander und ich - wie der Palast der Republik und die Humboldt-Brüder zu Mitbringseln werden. Der Shop im Humboldt Forum ist wie eine eigene Ausstellung über Personenkult, Profit und Konsum. Mit dabei: altbekannte Lampen, aber in neu.

Sich in die Fluten des Rheins stürzen: Hans Jürgen Balmes hat sein romantisches Herz an den großen deutschen Fluss verloren und ein großartiges Buch geschrieben. (Hans Jürgen Balmes: Der Rhein. Biographie eines Flusses. S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2021. 560 Seiten, 28 €).

Einen Film über die private Seite der Iranischen Revolution gucken. Keine Heimat, nirgends. Das politische Liebesdrama „Morgen sind wir frei“ geht zurück ins Jahr der Iranischen Revolution 1979. 

Was sollte ich für morgen wissen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt sich bei ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz den Fragen der Hauptstadtjournalisten. Bei dem Auftritt in der Bundespressekonferenz ab 11.00 Uhr will die Kanzlerin Fragen zu "aktuellen Themen der Innen- und Außenpolitik" beantworten, wie die Bundesregierung ankündigte. In den vergangenen Jahren nutzte Merkel diese Gelegenheit in der Regel für ausführliche Erörterungen ihrer Politik. Die jährliche Pressekonferenz vor dem Sommerurlaub der Kanzlerin hat eine lange Tradition - die nun zu Ende geht: Bei der Bundestagswahl im September tritt Merkel nach 16 Jahren Kanzlerinnenschaft nicht mehr an.

Olympia: DFB-Auswahl ist bereit - die deutschen Olympia-Fußballer treffen in ihrem ersten Spiel in Japan auf Brasilien - ein Fußball-Klassiker. Die Bilanz spricht für die Südamerikaner, doch die Motivation der Truppe von Stefan Kuntz ist hoch. Anpfiff ist um 13.30 Uhr.

Zahl des Tages!

433 sogenannte „Impfdurchbrecher“ gibt es bisher in Berlin. 1,6 Millionen Berliner sind durchgeimpft – dennoch erkrankten mehr als 400 trotzdem an Corona, einige starben. Die Zahl ist gering, dürfe aber nicht ignoriert werden, sagt der Senat.

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