In fast allen Bundesländern müssen Restaurantbesucher ihre Kontaktdaten hinterlegen. Foto: REUTERS/Thilo Schmuelgen/File Photo
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Fragen des Tages Politik greift auf Corona-Gästelisten zu und „Sarrazin ist nicht mehr Mitglied der SPD“ – was heute wichtig war

Außerdem: Reizgas-Angriff im Karstadt am Hermannplatz + Corona-Tests nur mit Smartphone möglich + Von der Leyen setzt sich für LGBTI-Rechte in Polen ein

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Was ist passiert?

Polizei greift auf Corona-Gästelisten zu
Zum Zwecke der Strafverfolgung darf die Polizei die persönlichen Daten von Bürgern aus sogenannten „Corona-Gästelisten“ abfragen. Das hat eine exklusive Anfrage meiner Kolleginnen Fatima Abbas und Fatina Keilani sowie meines Kollegen Benjamin Reuter an die Innenministerien der Länder ergeben. Welche Bundesländer davon in welcher Form Gebrauch machen, können Sie hier nachlesen.

„Sarrazin ist nicht mehr Mitglied der SPD“
Seit einem Jahrzehnt versucht die SPD, ihr Mitglied Sarrazin loszuwerden. Das Bundesschiedsgericht der Partei hat den Ausschluss jetzt für rechtmäßig erklärt. Sarrazin will jetzt dagegen vorgehen und vor das Landgericht Berlin ziehen.

Reizgas-Angriff im Karstadt am Hermannplatz
Bei einem Raubüberfall auf eine Bankfiliale der Postbank im Karstadt haben vier Männer Reizgas eingesetzt. Mehrere Menschen wurden verletzt. Spezialkräfte der Polizei durchsuchten das Warenhaus. Lesen Sie hier den Bericht meiner Kollegin Anna Thewalt und meiner Kollegen Ingo Salmen sowie Jiri Schroeder.

Corona-Test nur mit Smartphone möglich
Wer kein internetfähiges Handy besitzt, bekommt in Tegel und Schönefeld keinen Abstrich. Vor drei Tagen hatte die Senatskanzlei noch das Gegenteil behauptet. Doch nun wurde bereits eine Seniorin ohne Smartphone aus einem Risikogebiet in Tegel abgewiesen, berichtet mein Kollege Felix Hackenbruch.

• Von der Leyen setzt sich für LGBTI-Rechte in Polen ein
Ursula von der Leyen verteidigt die Ablehnung von EU-Fördermitteln für „LGBT-freie Zonen“ in Polen. Dessen Justizminister ist empört.

Was könnte ich aus dem Plus-Bereich lesen?

Forscher suchen hinter Neptun nach dem neunten Planeten unseres Sonnensystems. (Symbolbild) Foto: ESO/M. Kornmesser Vergrößern
Forscher suchen hinter Neptun nach dem neunten Planeten unseres Sonnensystems. (Symbolbild) © ESO/M. Kornmesser

Geschäftsmodell Schrottimmobilie
Müllberge, Ratten, kaputte Heizungen – in Berlin gibt es 75 Elendshäuser, in denen vor allem Osteuropäer wohnen. Wie ein Berliner CDU-Politiker mit der Not der Ärmsten Geld macht, lesen Sie hier.

Jagd auf Planet 9
Wir kennen unser Sonnensystem? Mitnichten! Irgendwo weit draußen muss es ihn geben, den neunten Planeten. Alles spricht für ein großes Phantom weit hinter Neptun. Und seine Entdeckung steht kurz bevor.

Trump will nur spielen
Bei der Snooker-WM sind im Crucible Theatre von Sheffield wieder einige Zuschauer zugelassen. Titelverteidiger Judd Trump sieht seinen Sport damit als Vorreiter – er will nur spielen. Ronnie O'Sullivan hingegen vergleicht die Spieler mit tierischen Versuchsobjekten. Warum? Das lesen Sie hier.

Rassismus in Deutschland
Subjektiv gut gemeint, objektiv ein rassistisches Projekt: Wie ein Heim im Nachkriegsdeutschland die Kinder schwarzer US-Soldaten aussiedeln wollte. Lesen Sie hier die Geschichte von Oma Dilloo und ihren Schützlingen.

Welche Tipps gibt es aus dem Plus-Bereich?

Die Corona-Krise könnte zu mehr Zwangsversteigerungen führen. Foto: dpa / Daniel Naupold Vergrößern
Die Corona-Krise könnte zu mehr Zwangsversteigerungen führen. © dpa / Daniel Naupold

Zwangsversteigerung von Immobilien
Kann ein Eigentümer die Kreditraten nicht mehr zahlen, kommt das Objekt unter den Hammer. Die Coronakrise könnte diesen Trend befeuern. Was Käufer beachten müssen und wo man auf dem Wohnungsmarkt noch Schnäppchen machen kann.

68 Stiche in 23 Sekunden
In Teilen Brandenburgs herrscht eine Mückenplage. Für Forscher eine gute Möglichkeit, mehr über die Insekten zu erfahren - und auszutesten, wie man sich gegen sie schützt. Warum es gerade so viele Mücken gibt und was gegen sie hilft, lesen Sie hier.

Wie Berlin die Wildbienen retten will
Um das Aussterben der Insekten aufzuhalten, hat das Land Berlin mehrere Blühwiesen anlegen lassen. Kann das Konzept von Blühende Wiesen in der ganzen Stadt funktionieren? Die Antworten finden Sie hier.

Was können wir unternehmen?

Die Musikerin Siyolise Nyondo (l) bei den Young Euro Classics 2012. Foto: picture alliance / dpa / Soeren Stache Vergrößern
Die Musikerin Siyolise Nyondo (l) bei den Young Euro Classics 2012. © picture alliance / dpa / Soeren Stache

Unser Konzert-Tipp: Ab morgen – und noch bis zum 10. August – findet wieder das Jugendorchestertreffen „Young Euro Classic“ statt. Wie gewohnt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Unser Lese-Tipp: Der Roman „Die wir liebten“ von Willi Achten erzählt vom langen Leiden eines Brüderpaars in den siebziger Jahren. Das Buch ist gleich dreifach interessant – als Familiengeschichte, als Epochenroman, als „BRD noir“.

Unser Kino-Tipp: Der 26-jährige Pete Davidson ist durch „Saturday Night Live“ schon lange für seinen autobiographischen Humor bekannt. In der Kino-Komödie „The King of Staten Island“ läuft er jetzt zur Hochform auf.

Was sollte ich für morgen wissen?

Berlin steht ein Wochenende mit zahlreichen Demonstrationen bevor. Allein rund 10.000 Teilnehmer sind nach Polizeiangaben am Samstagnachmittag für die größte Kundgebung angemeldet. Unter dem Motto „Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit“ will dabei die Initiative „Querdenken 711“ aus Stuttgart auf der Straße des 17. Juni zwischen Großem Stern und Yitzhak-Rabin-Straße nahe dem Reichstag demonstrieren.

Urlauber, die aus dem Ausland zurückkehren, können sich ab Samstag kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das legt eine entsprechende Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest. Die Tests sind für alle Reiserückkehrer auch ohne Krankheitsanzeichen innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland möglich - zum Beispiel an Teststellen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen. Bezahlt werden die Tests zunächst von den gesetzlichen Krankenversicherungen.

Zahl des Tages!

77 Prozent der Deutschen halten neue Coronavirus-Auflagen für akzeptabel. Denn mehr als drei Viertel aller Befragten gehen laut einer aktuellen Umfrage für den Tagesspiegel davon aus, dass es zu einer zweiten Welle kommen wird – und zwar schon in nächster Zeit.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend. Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kritik zu diesem neuen Newsletter haben, können Sie mir gerne mailen.

Danke und herzliche Grüße
Ihr
Fabian Löhe

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