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Wer darf wo Fisch und Meeresgetier fangen? Über diese Frage streiten sich EU und Großbritannien. Foto: Andy Buchanan / AFP
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Fischstreit blockiert Einigung EU-Vertreter lehnen Angebot Großbritanniens ab

Im Ringen um eine Post-Brexit-Abkommen sind die Fronten weiterhin verhärtet. Gerungen wird immer noch um Detailregelungen bei der Fischerei.

Der Streit über die künftigen Fischereirechte der EU in britischen Gewässern verhindert Insidern zufolge weiterhin eine Einigung in den seit Monaten laufenden Brexit-Verhandlungen. Eine Verringerung der Fangquoten für die EU um rund 30 Prozent von 2021 an sei zu hoch, sagten EU-Vertreter am Dienstag.

Die EU sei bereit, eine Reduzierung um bis zu 25 Prozent zu akzeptieren, sagten Diplomaten und andere EU-Vertreter. Diese Zahl sei jedoch nur ein Teil des Gesamtpakets. Bei diesem gehe es auch darum, wie die EU darauf reagieren könne, falls etwa das Vereinigte Königreich die Fischerei-Industrie der EU aus britischen Gewässern verbanne.

Den Insidern zufolge wollte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Nachmittag um 16.00 Uhr (MEZ) Vertreter der 27 EU-Länder über den Stand der Brexit-Verhandlungen informieren. Danach wollte er auch mit der Brexit-Gruppe des EU-Parlaments sprechen.

Die französische Regierung hatte am Montag mitgeteilt, trotz knapper werdender Zeit an ihrer Position zu strittigen Themen wie den Fischereirechten festhalten zu wollen. Die Regierung bleibe bei ihren roten Linien. Dazu gehöre auch das Recht in britischen Gewässern zu fischen.

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Der britische Premierminister Boris Johnson sprach am Montag von einem unveränderten Stand der Gespräche. Großbritannien werde es auch ohne ein Abkommen gutgehen. Neben den künftigen Fischereirechten der EU in britischen Gewässern waren Streitthemen zuletzt auch die künftigen Regeln zum fairen Wettbewerb für Unternehmen auf beiden Seiten und die Frage der Gerichtsbarkeit in Konfliktfällen.

Das Vereinigte Königreich war Ende Januar offiziell aus der EU ausgetreten. Am 31. Dezember endet die Übergangsphase, in der Großbritannien noch EU-Regeln anwenden muss. Ohne ein Handelsabkommen rechnen Experten unter anderem mit höheren Zöllen auf viele Produkte sowie langen Wartezeiten an der Grenze. (Reuters)

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