Im Flüchtlingslager von Moria hat es einen schweren Brand gegeben.  Foto: Manolis Lagoutaris/ AFP
© Manolis Lagoutaris/ AFP

Update Feuer im Flüchtlingslager von Moria Kind stirbt bei Brand in Camp auf Lesbos

Im Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Moria ist ein Brand ausgebrochen. Ein sechsjähriges Mädchen kommt dabei ums Leben.

Im Flüchtlingslager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist am Montag ein Brand ausgebrochen. 

abei sei ein sechs Jahre altes Mädchen ums Leben gekommen, teilte der Kommandeur der Feuerwehr, Evangelos Vasis, im Staatsrundfunk (ERT) mit. Die Feuerwehr geht von einem Unfall und nicht von Brandstiftung aus.

Die Beamten hatten Schwierigkeiten, den Brandherd sofort zu erreichen, weil die Containerwohnungen im Camp dicht aneinandergebaut sind. 

Neben einer Containerwohnung brannten auch zwei provisorische Unterkünfte nieder, berichtete der Staatsrundfunk, weiter. Das Feuer konnte etwa eine Stunde nach Ausbruch gelöscht werden.

Das Nachrichtenportal der Insel, stonisi.gr, zeigte Aufnahmen aus Moria, auf dem Menschen zu sehen sind, die in Panik versuchen, den Flammen zu entkommen.

 

Das Camp von Moria ist das größte Flüchtlingslager Griechenlands. In und um das Lager leben gut 19 000 Menschen. In den restlos überfüllten Lagern der Inseln im Osten der Ägäis kommt es immer wieder zu Bränden. Die Menschen versuchen, mit offenen Feuern und Gasherden zu kochen und sich Wasser zum Duschen warm zu machen.


 Steinmeier: Lage "dramatisch"


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Montag auf die weiterhin dramatische Lage der Flüchtlinge in den Lagern in Griechenland und an der griechisch-türkischen Grenze hingewiesen. "Die Kinder, Frauen und Männer leben dort unter schwierigsten Bedingungen", sagte Steinmeier am dem Portal t-online.de. 

Die geplante Aufnahme von 1600 Minderjährigen in Deutschland und weiteren EU-Staaten sei unter diesen Umständen "das Mindeste, was wir tun können".

Er sei "sehr froh", dass die beteiligten EU-Staaten hier "ein Zeichen" setzten, sagte der Bundespräsident weiter. "Gleichzeitig können wir nicht auf den Schutz der EU-Außengrenzen, auch den Schutz vor unkontrollierten Grenzübertritten, verzichten", betonte er allerdings weiter. 

Mit Blick auf das Vorgehen der Türkei fügte er hinzu: "Europa darf sich nicht erpressen lassen von einer zynischen Politik, die Tausende Menschen absichtlich in eine Sackgasse schickt."


Warnung vor Coronavirus


Der Geschäftsführer der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen, Florian Westphal, kritisierte, dass auf den griechischen Inseln Flüchtende unter "unmenschlichen Bedingungen" untergebracht würden. Aktuell sei dies zudem ein Problem wegen der Coronakrise.

 "Es wäre unmöglich, unter den unhygienischen Bedingungen in Moria einen Ausbruch einzudämmen", sagte Westphal der Zeitung "Die Welt" mit Blick auf das völlig überfüllte Camp auf der Insel Lesbos. Es sei deswegen "dringender denn je, die Lager zu evakuieren und die Menschen in eine sichere Umgebung zu bringen".

 (dpa, AFP)

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