Migranten aus Libyen auf der Fahrt über das Mittelmeer. Foto: dpa/Olmo Calvo
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Eskalation in Libyen Neue Flüchtlingswelle in Italien befürchtet

In Libyen eskalieren die Kämpfe zwischen der Einheitsregierung und General Khalifa Haftar. Das könnte bald Tausende Menschen zur Flucht zwingen.

Angesichts der zunehmenden Eskalation der Kämpfe in Libyen zwischen der Einheitsregierung und General Khalifa Haftar wird in Rom mit einer neuen Flüchtlingswelle nach Italien gerechnet. Der Premierminister der international anerkannten libyschen Regierung, Fajes al-Sarradsch, warnte der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ zufolge, 800.000 Menschen warteten in seinem Land darauf, über das Mittelmeer nach Italien zu reisen. Unter den aus Libyen und anderen Ländern stammenden Migranten seien auch zahlreiche Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat“.

Der italienische Geheimdienst bezifferte laut dem Fernsehsender TGCOM die Zahl derjenigen, die in Libyen auf eine Überfahrt nach Italien warten, mit 6.000. Der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) für Italien, Flavio Di Giacomo, erklärte, die Zahl möglicher Flüchtlinge sei unmöglich vorherzusagen. Bis 2017 sei Italien in der Lage gewesen, bis zu 6.000 Menschen pro Monat aufzunehmen. Deshalb droht laut IOM-Sprecher keine Überforderung der Aufnahmestrukturen in Italien.

Innenminister Matteo Salvini bekräftigte unterdessen auf Twitter seine ablehnende Haltung gegenüber Migranten und Flüchtlingen, die über das Mittelmeer versuchen, Italien zu erreichen. Die italienischen Häfen blieben für diese geschlossen, erklärte der Lega-Politiker. (epd)

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