Zum Corona-Überblick: Alle Zahlen zu SARS-CoV-2 in Deutschland
Wurde zum Tode verurteilt: Lisa Montgomery (Archivfoto) Foto: AFP/Wyandotte County Sheriff&Department
© AFP/Wyandotte County Sheriff&Department

Erste Frau seit 67 Jahren Lisa Montgomery soll am 12. Januar von US-Bundesbehörden hingerichtet werden

Die einzige Frau, die derzeit im US-Bundesgefängnis auf ihre Hinrichtung wartet, soll noch in Trumps Amtszeit die tödliche Injektion erhalten.

Lisa Montgomery soll am 12. Januar und somit noch in der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hingerichtet werden. Ein US-Berufungsgericht hat den Todestermin für die einzige Frau, die in einem Bundesgefängnis auf ihre Hinrichtung wartet, freigemacht. Montgomery wäre die erste Frau, die seit 67 Jahren von den US-Bundesbehörden hingerichtet wird.

Das Urteil wurde am Freitag von einem Gremium des US-Berufungsgerichts des Bezirks Columbia gefällt. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass ein Richter in der unteren Instanz sich geirrt hatte, als er den Termin der Hinrichtung in der vergangenen Woche aufhob.

Montgomery sollte eigentlich bereits am 8. Dezember im Bundesgefängnis in Terre Haute, Indiana, durch eine tödliche Injektion hingerichtet werden. Ein Richter hatte den Termin verschoben, nachdem die Anwälte Montgomerys sich mit dem Coronavirus infiziert hatten und ihre Mandantin nicht besuchen konnten.

Ein dreiköpfiges Gremium aus Berufungsrichtern entschied nun, dass die Entscheidung, das Hinrichtungsdatum aufzuheben, falsch sei. Als neuer Termin wurde der 12. Januar angesetzt. Montgomerys Anwaltsteam will weiter versuchen, die Hinrichtung zu verhindern. Sie argumentieren, dass Montgomery schwere psychische Erkrankungen habe. Statt der Todesstrafe soll es ihnen zufolge eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit zur Bewährung geben.

Die 52-Jährige wurde für den Mord an der 23 Jahre alten Bobbie Jo Stinnett im Dezember 2004 zum Tode verurteilt. Den Behörden zufolge erwürgte sie das Opfer, das im achten Monat schwanger war, und schnitt das Baby aus dem Mutterleib heraus. Danach nahm sie der Staatsanwaltschaft zufolge das Mädchen mit sich und versuchte, es als ihr eigenes auszugeben.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Die Trump-Regierung hatte kurz vor dem Ende der Amtszeit noch versucht, möglichst viele Hinrichtungen vollstrecken zu lassen. Erstmals in der Geschichte der USA hätten die Bundesbehörden mehr Vollstreckungen angeordnet als alle US-Bundesstaaten zusammen.

[Alle wichtigen Nachrichten des Tages finden Sie im kostenlosen Tagesspiegel-Newsletter "Fragen des Tages". Dazu Kommentare, Reportagen und Freizeit-Tipps. Zur Anmeldung geht es hier.] 

Mit den Hinrichtungen nach seiner Wahlniederlage Anfang November bricht Trump mit einer US-Tradition. In den vergangenen 131 Jahren war es in den USA üblich, dass scheidende US-Präsidenten keine Hinrichtungen mehr vollstrecken lassen.

Der designierte Präsident Joe Biden, der am 20. Januar sein Amt antritt, ist gegen die Todesstrafe. Seinem Sprecher zufolge will er sich dafür einsetzen, dass sie nicht mehr angewendet wird. Ob dies auch für die Hinrichtungen auf Bundesebene zutreffen soll, ist unklar. (mit AFP)

Zur Startseite