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Hier nur eine Buchvorstellung: Armin Laschet äußert sich zur Biographie "Markus Söder - Der Schattenkanzler". Foto: dpa
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„Er hat sich als Macher profiliert“ Markus Söder als Kanzlerkandidat? CDU-Stimmen mehren sich

Ziemlich bald nach Ostern könnte die K-Frage der Union geklärt werden. Der Druck auf Armin Laschet, zugunsten von Markus Söder zu verzichten, wächst.

Angesichts des Absturzes in den Umfragen und Sorgen vor einer Niederlage bei der Landtagswahl pochen CDU-Abgeordnete aus Sachsen-Anhalt auf eine Kanzlerkandidatur von CSU-Chef Markus Söder.

„Markus Söder hat sich in der Krise als Macher profiliert. Ich traue ihm die Kanzlerschaft zu, er sollte unser Kandidat werden“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt, Markus Kurze, dem Tagesspiegel.

Er sprach von einer weit verbreiteten Stimmung, der Sturzflug müsse dringend gestoppt werden. In Sachsen-Anhalt wird am 6. Juni ein neuer Landtag gewählt. 2016 hatte die AfD hier 24,3 Prozent geholt und lag nur rund fünf Punkte hinter der CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff. CDU-Chef Armin Laschet will die Kandidatur mit Söder zwischen Ostern und Pfingsten klären, aber der Druck für eine schnelle Entscheidung wächst.

Angesichts des Hin und Her in der Corona-Politik kritisierte Kurze: „Was die Menschen hier vor Ort richtig aufregt, ist das Gefühl, dass die Berliner Freunde in einem Elfenbeinturm, unter einer Käseglocke, sitzen.“

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Für Söder: Markus Kurze, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt Foto: promo Vergrößern
Für Söder: Markus Kurze, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt © promo

Unter führenden CDU-Politikern wird nach Tagesspiegel-Informationen eine Bewegung hin zu einer Kandidatur Söders konstatiert, aber Laschet wolle die Kandidatur für sich beanspruchen. Auch an der Basis wächst der Entscheidungsdruck, wenngleich es hier wie in der Bundestagsfraktion auch viele Unterstützer von Laschet gibt, der aber in Umfragen weit abgeschlagen hinter Söder liegt. „

Der Unmut an der Basis ist groß“, sagte Dominik Schloßstein, Vorsitzender des Kreisverbands Schwäbisch-Hall (Baden-Württemberg) dem Tagesspiegel. „Es braucht endlich Klarheit in Berlin.“ Die K-Frage müsse nach Ostern schnell geklärt werden. „In beiderseitigen Einverständnis“, sagte er. „Ich habe in meinem Umfeld noch niemanden gehört, der sich für Laschet ausspricht, aber viele, die für Söder sind“, erzählt Schloßstein. Laschet sei kein schlechter Parteichef, Söder aber in- und außerhalb der Union weitaus beliebter. „Er ist souverän und krisengestählt.“

Auch in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben sich in den vergangenen Tagen mehrere Abgeordnete für Söder ausgesprochen, etwa Ronja Kemmer aus Baden-Württemberg oder Johannes Steiniger aus Rheinland-Pfalz. Der CDU-Abgeordnete Kai Whittaker hatte gesagt, die Union solle den Kandidaten mit den besten Siegchancen aufstellen – was ebenfalls als Unterstützung für Söder gelten darf. Dagegen sprach sich als prominenter Befürworter des CDU-Chefs der baden-württembergische Landeschef Thomas Strobl für eine Kanzlerkandidatur von Armin Laschet aus.

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