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Die Wiesn bleibt auch 2021 vorübergehend geschlossen. Fürs kommende Jahr machen Veranstalter und Politik Mut. Foto: Imago/Michael Westermann
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Update „Ein bisschen Wiesn geht nicht“ Oktoberfest auch 2021 wegen Corona abgesagt

Aufgrund der nicht absehbaren Entwicklung der Infektionszahlen ist das Oktoberfest bereits jetzt abgesagt. Der Wiesn-Chef begrüßt die politische Entscheidung.

Das Oktoberfest findet wegen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht statt. Das teilten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag mit.

Beide hatten zuvor mit den Stadtoberhäuptern anderer Kommunen mit großen Volksfesten über das weitere Vorgehen beraten. Söder sagte, es gebe nun eine gemeinsame Empfehlung, die Feste nicht stattfinden zu lassen. Zugleich betonte er, dass die letzte Entscheidung bei den jeweiligen Kommunen liege.

„Es ist eine Entscheidung, die ich jetzt treffen muss. Es macht keinen Sinn zuzuwarten“, sagte Reiter. Das Oktoberfest hätte vom 18. September bis zum 3. Oktober stattfinden sollen. Bereits im vergangenen Jahr war die Wiesn ausgefallen.

Söder und Reiter begründeten die Entscheidungen mit der nicht absehbaren Entwicklung bei den Infektionszahlen. Eine sichere Durchführung mit Hygienemaßnahmen wie Masken sei nicht realistisch. Im Falle einer spätere Absage drohe ein noch größerer wirtschaftlicher Schaden. Zugleich drohe ein dauerhafter Imageschaden an den Marken.

Reiter sagte, für Brauereien, Schausteller, Festwirte, aber auch Taxifahrer oder Hotels habe die Absage existenzielle Auswirkungen, sie erwirtschaften damit jährlich rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz. Aber das Oktoberfest funktioniere nicht mit Einschränkungen: „Ein bisschen Wiesn geht nicht“, sagte er. Alternativ sollten kleinere, dezentrale Angebote gemacht werden.

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Der Wiesn-Chef und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) wertet die Absage des Oktoberfestes als richtigen Schritt. „Die Entscheidung des Oberbürgermeisters und des Ministerpräsidenten ist völlig richtig - nicht nur aus Rücksicht auf die Gesundheit der Besucher, sondern auch aus Rücksicht auf den guten Ruf des Münchner Oktoberfestes als qualitätsvolles, sicheres Fest. Deshalb unterstütze ich sie ausdrücklich“, sagte Baumgärtner am Montag.

Er setze nun auf das Oktoberfest 2022 - und rechne dann mit großem Zulauf. „Ich bin ganz sicher, dass es sehr, sehr gut besucht sein wird, weil die Menschen hungrig und durstig sind nach der Wiesn“, sagte der Wiesn-Chef. Auch Söder sagte, im kommenden Jahr sei die Wahrscheinlichkeit für ein Oktoberfest hoch, wenn die Impfungen vorankämen.

„Wiesn, FC Bayern und BMW – das sind die drei Trümpfe der Stadt“

„Uns trifft das ins Mark“, sagte der Vorsitzende des Münchner Schaustellerverbandes, Peter Bausch. „Uns fehlt wieder ein ganzes Jahr.“ Schließlich werde nicht nur das Oktoberfest abgesagt - „sondern wieder eine ganze Saison“. Dabei hätten Aussagen der Politik Hoffnung aufkeimen lassen: „Wenn es im Herbst Normalität geben soll, dann gehört zur Normalität auch ein Volksfest“, sagte Bausch.

Viele Fahrgeschäfte und Betriebe sind ebenso wie die Bierzelte seit der Wiesn 2019 im Winterlager. Sie stehen nur auf dem Oktoberfest, etwa das legendäre Varieté-Theater „Schichtl“ und das historische Karussell Krinoline, das sich bei Live-Blasmusik wie ein Reifrock der Damenwelt früherer Jahrhunderte schwingend dreht.

„Es sind hunderte Millionen Euro, die die Besucher in die Kassen des Einzelhandels bringen“, sagt Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern. „Er ist enorm, was da dranhängt.“ Die Wiesn sei „das Aushängeschild für die Welteinkaufsstadt München“. „Die Wiesn spielt in einer Liga mit dem FC Bayern und mit BMW. Das sind die drei Trümpfe der Stadt.“ (dpa, Reuters)

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