Michael Bloomberg will nun offenbar doch bei der Präsidentschaftswahl antreten. Foto: Kevin Lamarque,Reuters
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Duell gegen Trump Milliardär Bloomberg erwägt Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl

Im März hatte Bloomberg eine Kandidatur bei der Wahl im nächsten Jahr noch ausgeschlossen. Jetzt treibt ihn offenbar die Sorge um die Demokraten um.

Michael Bloombergs Überlegung, jetzt doch noch in den US-Präsidentschaftswettbewerb einzusteigen, zeigt vor allem eines: das wachsende Misstrauen innerhalb der Demokratischen Partei, dass der bisherige Favorit, der als moderat geltende ehemalige Vizepräsident Joe Biden, sich durchsetzt. Der ehemalige New Yorker Bürgermeister soll, so berichten es mehrere US-Medien, noch in dieser Woche die Unterlagen für seine Kandidatur einreichen - und zwar in Alabama, weil dieser Bundesstaat eine frühe Anmeldefrist gesetzt hat. Damit wolle er sich die Option offenhalten, 2020 gegen US-Präsident Donald Trump ins Rennen zu gehen. Eine endgültige Entscheidung habe er aber noch nicht getroffen, sagte Bloombergs Berater Howard Wolfson der „New York Times“. Der 77-Jährige sei allerdings besorgt, dass die derzeitigen Anwärter auf die Kandidatur es nicht mit Trump aufnehmen könnten. Er halte Trump für eine „beispiellose Bedrohung unserer Nation“.

Wie aussichtsreich eine mögliche Kandidatur des Multimilliardärs wäre, darüber wird in den USA nun heiß diskutiert. In weniger als drei Monaten beginnen bereits die Vorwahlen, in denen bestimmt wird, wer am 3. November 2020 gegen Trump antritt. Der Umfrage-Experte Nate Silver zeigte sich skeptisch. „Die Medieneliten haben stark unterschätzt, wie nachhaltig Bidens Kampagne ist, und Bloomberg ist, unter anderem, ein Teil dieser Medieneliten, und verbringt viel Zeit mit diesen.“

Bidens Umfragewerte waren in den vergangenen Wochen gesunken, teilweise war die politisch linksstehende Senatorin aus Massachusetts, Elizabeth Warren, sogar an ihm vorbeigezogen. In vielen Umfragen führt Biden das immer noch 17 Kandidaten umfassende Bewerberfeld aber weiter an. Allerdings war auch sein Spendenaufkommen zurückgegangen, ein Indiz dafür, dass manche Großspender sich Gedanken über den Erfolg seiner Kampagne machen.

Bloomberg hatte Anfang März angesichts der vielen Kandidaten eigentlich erklärt, auf eine Bewerbung zu verzichten. Das Geld, einen Wahlkampf zu führen, hat der Medienunternehmer auf jeden Fall. Sein Vermögen wird auf mehr als 50 Milliarden Dollar geschätzt. Ob er die derzeit zwischen Moderaten und Linken gespaltene Partei hinter sich vereinigen kann, ist offen.

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