Prinz Charles (l) und Mike Pence sprechen auf der Gedenkveranstaltung in Yad Vashem in Jerusalem. Foto: REUTERS/Ronen Zvulun
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Update Diplomatischer Eklat oder ein Versehen? Prinz Charles verweigert US-Vize Pence den Handschlag

Gloria Geyer

Der britische Thronfolger steht in Yad Vashem vor dem amerikanischen Vizepräsidenten – und geht weiter. Nun meldet sich der Buckingham-Palast zu Wort.

Der britische Thronfolger Prinz Charles hat im Rahmen der Gedenkveranstaltung in Yad Vashem für eine Szene gesorgt, die in den sozialen Netzwerken viral geht. Während Charles nach seiner Rede die anderen geladenen Gäste mit Handschlag begrüßt, läuft er an US-Vizepräsident Mike Pence vorbei – ohne im die Hand zu schütteln.

Ein Videoausschnitt auf Twitter zeigt, wie Pence dem britischen Thronfolger irritiert hinterherblickt. Der lässt sich jedoch nicht beirren und geht weiter. Offen blieb zunächst, ob Charles nicht bemerkte, dass in der Reihe der Politiker und Diplomaten auch der amerikanische Vizepräsident stand. Oder ob er Pence zwar gesehen – ihm aber bewusst den Handschlag verweigerte.

Buckingham-Palast: Prinz Charles hat Pence nicht ignoriert

Dass er den US-Politiker nicht erkannt hat, ist jedoch ausgeschlossen. Die beiden haben sich laut einem Sprecher von Pence im Vorfeld der Gedenkveranstaltung unterhalten, wie die Zeitung „USA Today“ berichtet. Auch der Buckingham-Palast bestätigte, dass Charles und Pence zuvor ausgetauscht und ein „herzliches und freundliches Gespräch“ geführt hätten. Das Königshaus wies zudem zurück, dass Prinz Charles den US-Vize bewusst ignoriert hätte.

Der 71 Jahre alte britische Thronfolger ist ein Experte auf dem Gebiet der Diplomatie. Dem Briten dürfte also genau bewusst sein, dass ein Handschlag ein sensibles Mittel der Diplomatie ist und ein Zeichen von gegenseitigem Respekt.

Dass Prinz Charles zwischen den hochrangingen Politikern und Diplomaten den amerikanischen Vizepräsidenten gar nicht wahrzunehmen scheint, ist zumindest ein Zeichen, dass der US-Politiker für den britischen Thronfolger nicht die erste Geige spielt.

In seiner Rede in Yad Vashem erinnerte Prinz Charles an seine Großmutter Alice, die während der Nazi-Besatzung in Griechenland eine jüdische Familie gerettet hatte. Seine Großmutter habe ihn schon lange „inspiriert“, sagte Charles. Dass sie von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt sei, „erfüllt meine Familie mit enormem Stolz“.

Am kommenden Montag (27. Januar) jährt sich die Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau zum 75. Mal. Die Gedenkveranstaltung in Yad Vashem stand bereits im Zeichen des Jahrestags. (tsp mit dpa, AFP)

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