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Update Deutschland feiert in Halle Merkels Lehre aus 31 Jahren Deutsche Einheit

In Halle kommen am Tag der Deutschen Einheit die Spitzen des Staates zusammen. Kanzlerin Merkel hielt eine ihrer letzten großen Reden.

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Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, und seine Frau Gabriele (l) begrüßen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa Vergrößern
Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, und seine Frau Gabriele (l) begrüßen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

In ihrer Ansprache zum 31. Jahrestag der Deutschen Einheit in Halle (Saale) würdigte Bundeskanzlerin Angela Merkel den „wahrhaftigen Mut“ aller, die an der friedlichen Revolution teilgenommen und für die Etablierung einer gemeinsamen Demokratie in Deutschland gekämpft haben. Auch heute müsse man an und für die Demokratie arbeiten. Mit Blick auf die Anschläge in Halle und Hanau sagte Merkel, die Demokratie „braucht uns so, wie wir sie brauchen. Demokratie ist nicht einfach da, sondern wir müssen immer wieder für sie miteinander arbeiten.“

Die Bundeskanzlerin zog auch Lehren aus der Geschichte der deutschen Wiedervereinigung. „Seid bereit zu Begegnungen, seit neugierig auf einander, erzählt einander eure Geschichten und haltet Unterschiede aus“, so Merkel. „Das ist die Lehre aus 31 Jahren Deutscher Einheit: Wir brauchen Respekt vor den jeweiligen Biografien und Erfahrungen und auch vor der Demokratie.“

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, hatet den zentralen Festakt in Halle (Saale) zum 31. Jahrestag der Deutschen Einheit Sonntagmittag eröffnet. In seiner Rede sagte der Ministerpräsident, er empfinde den Tag als „großen Glücksmoment“. Durch die friedliche Revolution im Jahr 1989 kam „zuerst die Freiheit, dann die Einheit“, so Haseloff. Um die Wiedervereinigung zu ehren, wolle man im Osten und im Westen Deutschlands nun „gemeinsam Zukunft formen“.

Auch in diesem Jahr steht der Festakt zum 3. Oktober im Zeichen der Corona-Pandemie. Wegen der Hygiene- und Abstandsregeln können die Feierlichkeiten bei weitem nicht in der Dimension wie vor Pandemiebeginn gefeiert werden.

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Nur 180 Gäste sind daher beim ökumenischen Gottesdienst (10 Uhr) in der Pauluskirche und 340 Gäste beim Festakt (12.00 Uhr) in der Georg-Friedrich-Händel-Halle dabei. Darunter sind unter anderem die Spitzen des Staates. Auch die beiden Kanzlerschaftsanwärter Olaf Scholz (SPD) und Armin Laschet (CDU) haben zugesagt.

Die Marktkirche und das Denkmal für Georg Friedrich Händel gehören zu den Wahrzeichen der Stadt Halle/Saale. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa Vergrößern
Die Marktkirche und das Denkmal für Georg Friedrich Händel gehören zu den Wahrzeichen der Stadt Halle/Saale. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Höhepunkt des Festaktes wird eine 20-minütige Ansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sein. Der Gastgeber der Feierlichkeiten, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), hatte die Rede vor wenigen Tagen als „letzte große Schlussrede der Kanzlerin“ bezeichnet. „Ein historischer Akt“, der sicher auch internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen werde. Neben Merkel wird auch Haseloff bei dem Festakt sprechen. Die ARD überträgt den Gottesdienst live, das ZDF den Festakt.

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Für die Bevölkerung bleibt wegen der Pandemie das bis 2019 übliche große Bürgerfest wie schon 2020 in Potsdam aus. Ein großes Fest sei zum aktuellen Zeitpunkt nach Ansicht der Organisatoren nicht verantwortbar. Begleitet werden die Festlichkeiten stattdessen von einer dreiwöchigen Ausstellung in der Innenstadt - der EinheitsEXPO. Auf ihr präsentieren sich die Länder und Verfassungsorgane in verglasten Schiffscontainern. Mit diesem Konzept sollen die Besucherströme zeitlich und räumlich entzerrt werden.

Die Polizei will mit rund 2600 Beamten zur Einheitsfeier im Einsatz sein. Mehrere Demonstrationen sind bereits angemeldet. Ein Bündnis gegen Rechts hatte außerdem darauf hingewiesen, dass rechte Gruppierungen vor den Feierlichkeiten bereits ihre Anhänger mobilisierten. Die Polizei beobachte nach eigener Aussage unter anderem solche Kanäle entsprechend, wollte aber über einen möglichen Großeinsatz am Sonntag nicht spekulieren.

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