Das Seenotrettungsschiff „Alan Kurdi“ der Organisation Sea-Eye hilft im Mittelmeer. Foto: Fabian Heinz/Sea-Eye/dpa
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Update Deutsches Rettungsschiff im Mittelmeer Crew der „Alan Kurdi“ berichtet von Warnschüssen der libyschen Marine

Die „Alan Kurdi“ hilft Flüchtlingen im Mittelmeer. Libysche Schiffe hätten versucht, dies unter Gewaltandrohung zu verhindern, sagt die Organisation Sea-Eye.

Die Besatzung des deutschen Rettungsschiffs „Alan Kurdi“ ist im Mittelmeer bei der Rettung von Migranten nach eigenen Angaben von libyschen Streitkräften bedroht worden. Es seien drei libysche Schiffe im Meer vor Ort gewesen, sie hätten gedroht, „Bordgeschütz klar zu machen“, weil sie die Migranten übernehmen wollten, sagte der Sprecher der Hilfsorganisation Sea-Eye, Gorden Isler, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Maskierte hätten Warnschüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben.

Ein Schlauchboot mit etwa 92 Migranten an Bord sei vor der libyschen Küste in Schwierigkeiten geraten, einige Menschen seien aus Panik bereits ins Wasser gesprungen. „Es ist eine sehr bedrohliche Situation“, sagte Isler. Etwa zehn Migranten seien an Bord der „Alan Kurdi“, die Crew sei in einem Schutzraum im Heck des Schiffes. „92 Menschen und 17 Rettungskräfte sind in Lebensgefahr“, schrieb Isler zudem auf Twitter.

Die „akute Bedrohungssituation“ sei nun vorbei, die Libyer hätten abgedreht, sagte Isler am Samstagnachmittag. Alle Migranten seien nun an Bord der „Alan Kurdi“. „Für die Crew war das ein völliger Schock, so etwas haben wir noch nie erlebt.“ Die „Alan Kurdi“ sei in der libyschen Such- und Rettungszone nicht in libyschen Territorialgewässern unterwegs, betonte Isler.

Die libysche Marine wies die Darstellung zurück. „Als libysche Küstenwache weisen wir eine Beteiligung an dem Zwischenfall kategorisch zurück“, hieß es in einer Mitteilung. „Unsere Patrouillen haben ein Boot einer Nichtregierungsorganisation weder abgefangen, noch bedroht, noch beschossen.“

Die „Alan Kurdi“ war am Sonntag unterwegs zur italienischen Insel Lampedusa - aus Italien und Malta habe es aber bisher keine Einfahrterlaubnis gegeben. Eine Schwangere mit Blutungen brauche dringend ärztliche Hilfe, sagte Isler.

Die EU unterstützt die libysche Küstenwache darin, Migranten, die über das Mittelmeer nach Europa wollen, zurück in das Bürgerkriegsland zu bringen. Italien liefert zum Beispiel Boote an die Libyer. Die Vereinbarung ist hoch umstritten, weil den Menschen in Libyen schwerste Misshandlungen und Folter drohen. Derzeit sind drei zivile Rettungsschiffe mit Migranten auf dem Mittelmeer unterwegs und haben keine Erlaubnis in einen Hafen in Malta oder Italien zu fahren. (dpa)

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