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Helge Braun, Friedrich Merz und Norbert Röttgen konkurrieren um den Vorsitz bei der CDU: Foto: AFP
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Der Kampf um die CDU-Spitze Die drei von der Zankstelle

Warum auch für die Grünen wichtig ist, wer die Schwarzen führt. Ein Kommentar.

Wollen wir es wagen? Doch, nur so aus Spaß: Reden wir über die CDU und die CSU. Und über die Grünen gleich mit. Warum? Weil die im Moment interessant sind. Da geht’s ab, intern. Und wenn noch nicht jetzt, dann eben später.

Also, die CDU hat ja gerade diesen Dreikampf mit Helge Braun, Friedrich Merz, Norbert Röttgen, in alphabetischer Reihenfolge, das zur Klarstellung. In der aufgeheizten Stimmung wird nämlich gerade alles, was über den einen oder anderen gesagt oder geschrieben wird, daraufhin ausgedeutet, wie aktiv die eine oder andere Seite im Hintergrund ist.

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Die Parteiauguren sind aufgeregt. Denn die drei von der Zankstelle sind zwar inzwischen hinlänglich bekannt, ihre Vorteile will aber zurzeit kaum einer hören. Die Nachteile lieber, in und außerhalb der Partei. Eines ist allerdings schon so: Bei Friedrich Merz sind im Moment die mehreren. Das heißt, noch hat er nicht die Mehrheit, aber ein Momentum.

Die Ideen des Merz kommen gut an

Die Ideen des Merz mit Mario Czaja und Christina Stumpp kommen ziemlich gut an. Die Generationenbrücke – Mittdreißigerin, Mittvierziger, Mittsechziger –, dann die thematische, von kommunal, regional bis international, von Sozial bis Wirtschaft, von Gefühl bis Härte. Manche liberale Christdemokraten sagen tatsächlich, dass sie lange nicht mehr so gern Christdemokraten waren. Näher dran an einer solchen Aufstellung ist Helge Braun mit seiner Frau- und Mannschaft, weit entfernt Norbert Röttgen. Er hat immerhin eine – neue – Generalsekretärs-Kandidatin; die davor stimmte nicht mehr mit ihm überein.

Und wenn es am Ende wirklich Merz wird? Und der die CDU dann richtig saniert? Dazu passt, dass Merz immerhin in einem Punkt mit Markus Söder (solange es den als Bayerns MP und CSU-Chef gibt) übereinstimmen könnte: Beide treiben die Öffnung der Union zu grünen Inhalten und den Grünen als Partei voran. Was – so lautet auch die Rechnung der liberalen CDUler – Merz als echter Konservativer einfacher kann als die anderen. Die geraten bei den Konservativen doch gleich unter Häresieverdacht. Oder unter Merkel-Verdacht: Die CDU ist die Partei, der ich nahestehe – den anderen aber auch irgendwie. Selbst Braun, der Merkel-Mann, ist da vorsichtig geworden und kehrt ein bisschen den Konservativen heraus.

Und die Grünen werden das im Übrigen genau beobachten. Bei denen gärt es ja auch. Nicht wegen der Union, aber wegen der neuen Koalition. Solche Leute wie Robert Habeck oder Cem Özdemir wissen schon, dass sie in einer Jamaika-Koalition womöglich mehr hätten herausholen können – wären die C-Parteien nicht führungslos gewesen. Entgegenkommend müssen die schließlich schon von der Gesinnung sein: „Bewahrung der Schöpfung“ und „Bewahrung der Natur“ ist bloß vom Wort her unterschiedlich.

Da kann noch was kommen. Deshalb zählt doppelt, wer sich bei der CDU und dann in der Union mit der CSU durchsetzen wird. Die Zeit läuft. Auf allen Seiten.

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