Daumen hoch. Der saudische Kronzprinz Mohammed bin Salman und US-Präsident Donald Trump sind politisch auf einer Linie. Foto: dpa
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Der Fall Khashoggi Warum Trump mit dem saudischen Prinzen nicht bricht

Jetzt macht auch die CIA den saudischen Thronfoler für Khashoggis Tod verantwortlich. Doch Trump hält Riad die Treue. Das hat Gründe. Ein Kommentar.

Es wird richtig eng für den saudischen Kronprinzen. Möchte man meinen. Schließlich macht jetzt sogar die CIA Mohammed bin Salman für den Mord an Jamal Khashoggi verantwortlich. Der Thronfolger habe die Tötung des Regimekritikers angeordnet, lässt Amerikas Auslandsgeheimdienst die Welt wissen. Und was macht Donald Trump?

Der US-Präsident kündigt zwar einen „umfassenden Bericht“ an, in dem es darum gehen soll, „wer die Tötung veranlasst und wer es getan hat“. Doch zugleich macht Trump in der ihm eigenen Art klar, dass Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher aus Washington nichts Grundstürzendes zu befürchten hat. Die Regierenden in Riad seien nun mal spektakuläre Verbündete, die seinem Land viele Jobs gesichert hätten.

Stützpfeiler der Trumpschen Nahostpolitik

Mit anderen Worten: Die USA werden wohl kaum an bin Salmans künftigem Thron sägen. Vor allem, weil mit dessen Sturz einer der Stützpfeiler der Trumpschen Nahostpolitik wegbräche.

Denn in einem Punkt ist auf den unberechenbaren saudischen Prinz Verlass: Er bekämpft mit Inbrunst den Iran. Dieses Feindbild verbindet den Chef des Weißen Hauses mit dem autokratischen Machthaber am Golf. Für beide steht fest, dass die Mullahs in Teheran das Böse in der Welt verkörpern.

Den Prinzen aus der Schusslinie nehmen

Und da ist ja auch noch der ominöse Friedensplan für Palästinenser und Israelis. Der lässt zwar auf sich warten. Jedoch ist es kein Geheimnis mehr, dass die Saudis als Amerikas Verbündete für das Vorhaben in der arabischen Welt werben. Dazu gehört, den Palästinensern ihre Grenzen unmissverständlich aufzuzeigen.

Trump braucht also bin Salman. Das reicht, um den Prinzen aus der Schusslinie zu nehmen. Und den wird es freuen, dass der US-Präsident seine Hand über ihn hält. Auch für die vielen anderen Potentaten hat das etwas Beruhigendes: Sogar bei einem politischen Mord kann man ungeschoren davon kommen.

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