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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellt ein baldiges Ende des Gesundheitspasses in Aussicht. Foto: Michel Euler/AFP
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Coronavirus in Frankreich Macron erwägt Lockerungen

In Frankreich deuten die Indikatoren seit Wochen in der Pandemie auf eine Entspannung hin. Hält der Trend an, könnte demnächst der Gesundheitspass passé sein.

Auch in Frankreich lässt sich anhand der Zahlen zur Verbreitung des Coronavirus und zu den Intensivpatienten feststellen: Die Impfung wirkt. Vor ziemlich genau einem Jahr, als noch kein Impfstoff verfügbar war, kam es zu einem rapiden Anstieg der Erkrankungsfälle. Gegenwärtig entspannt sich die Lage hingegen. Präsident Emmanuel Macron könnte daher demnächst weitere Lockerungen verkünden.

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Seit über einem Monat sinken in Frankreich die Infektions- und Hospitalisierungszahlen. Ende April waren landesweit noch 6000 Patienten auf den Intensivstationen registriert worden. Am Ende dieser Woche waren es weniger als 2000 Patienten.

Zur Eindämmung der Pandemie dürfte auch der Gesundheitspass („pass sanitaire“) beitragen, der in Frankreich seit Anfang August auch in Cafés, Restaurants und Fernzügen von Geimpften, Genesenen und Getesteten verlangt wird.  Im Unterschied zu Deutschland werden in Frankreich beim Restaurantbesuch die Nachweise auf dem Handy von den Besuchern nicht bloß vorgezeigt, sondern systematisch auch per App gescannt.

Name, Geburtsdatum und Gültigkeit werden angezeigt

Kellner sehen dann Namen, Geburtsdatum sowie die Gültigkeit - oder möglicherweise auch die Nicht-Gültigkeit – des Gesundheitspasses. Die Bevölkerung hält sich weit gehend an die Regelung, wenn auch die Überprüfungs-Prozedur gelegentlich von einem ironischen Kommentar der Bedienung begleitet wird („Ich komme mir vor wie ein Polizist.“).

Am Donnerstag ließ Macron nun durchblicken, dass er angesichts des Verlaufs der Pandemie bereits über ein Ende des Gesundheitspasses nachdenkt – zumindest in den Regionen, in denen das Virus weit gehend eingedämmt ist. Vorgesehen ist ohnehin, dass die gesetzliche Regelung für den Gesundheitspass am 15. November ausläuft. In der Praxis könnte nach der Ankündigung von Macron der Restaurant- und Cafébesuch in einigen Regionen nun schon vorher ohne Auflagen möglich sein.

Hohe Inzidenzen im Südosten des Landes

Der Staatschef stellte allerdings klar, dass an ein Ende des Gesundheitspasses innerhalb der kommenden drei Wochen wohl nicht zu denken sei. Vor allem im Südosten des Landes, in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, bleibt die Lage kritisch. Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Schnitt weiterhin bei über 100.

„Schwarzer 15. September“ blieb aus

Macron profitiert derweil davon, dass der in einigen Medien prognostizierte „schwarze 15. September“ ausgeblieben ist. Am vergangenen Mittwoch war die Impfpflicht für die bestimmte Berufsgruppen in Kraft getreten. Sie betrifft insgesamt 2,7 Millionen Beschäftigte in Krankenhäusern und Altenheimen sowie Feuerwehrleute. Wegen der möglichen Suspendierung ungeimpfter Pfleger und Krankenschwestern waren erhebliche Beeinträchtigungen für das Gesundheitssystem befürchtet worden. Doch dazu kam es nicht.

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran bei einer Fragestunde im französischen Parlament. Foto: Christophe Archambault/AFP Vergrößern
Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran bei einer Fragestunde im französischen Parlament. © Christophe Archambault/AFP

Wie Gesundheitsminister Olivier Véran mitteilte, mussten seit Mittwoch lediglich 3000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen vorübergehend suspendiert werden. Nach den Worten von Véran haben die meisten der Betroffenen keinen unmittelbaren Kontakt zu Patienten, sondern arbeiten im unterstützenden Service, etwa in Wäschereien.

EU-weit liegt Frankreich bei der Impfrate nach Angaben der Daten-Website „Our World in Data“ hinter Spanien (Anteil der vollständig Geimpften: 76,3 Prozent) und Italien (65 Prozent), aber vor Deutschland (62,1 Prozent). In Frankreich ist den Angaben zufolge 63,7 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

 

 

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