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Gut dass da so viel Abstand zwischen Buschmann und Kretschmer war. Screenshot zdf.de Maybritt Illner
© Screenshot zdf.de Maybritt Illner

Corona-Streit bei Maybrit Illner „So können Sie nicht mit mir reden!“ – „Reißen Sie sich am Riemen!“

David Rech

Bei Maybrit Illner trafen der designierte FDP-Justizminister Marco Buschmann und Sachsen-MP Michael Kretschmer aufeinander. Es krachte heftig.

Marco Buschmann (FDP) hatte bei Maybrit Illner die Gelegenheit zu zeigen, was für ein Bundesjustizminister er sein möchte, wenn die neue Regierung übernimmt. Einer, der auf andere eingeht und das Gespräch sucht oder einer, der… keinem Streit aus dem Weg geht.

Als Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in der Sendung ein Thema anspricht, das ihn umtreibt, bittet er den zukünftigen Justizminister um Hilfe. „Ich würde mir wünschen, wenn wir da möglichst schnell nach ihrer Amtsübernahme in ein vernünftiges Gespräch kommen“, sagt er zu Buschmann. Der aber will nicht. „Andere Dinge sind natürlich dringender“, entgegnet er. Es kommt zum Streit.

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Die Sendung stand unter dem Titel „Deutschlands Corona-Desaster - gibt es endlich einen Plan?“. Diese Frage beantworten sollten Buschmann, Kretschmer, SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, Christine Falk, Präsidentin der deutschen Gesellschaft für Immunologie, und Eva Quadbeck, Stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin des Hauptstadtbüros Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Zu dem Streit kam es, weil Kretschmer die Querdenkerszene und ihre Propaganda, die zu einem großen Teil auf dem Nachrichtendienst Telegram stattfindet, dafür mitverantwortlich macht, dass die Impfquote im Freistaat so niedrig ist.

„Reißen Sie sich am Riemen!“

Solche Telegram-Gruppen müsse die Politik in den Fokus nehmen, 30.000 bis 80.000 Menschen würden dort in rechtsextremen Gruppen bösartigste Hetze proklamieren. „Wir müssen da etwas tun“, sagt Kretschmer in Richtung Buschmann.

Der aber nutzt die Gelegenheit für einen Seitenhieb in Bezug auf das Corona-Management des Ministerpräsidenten. Der Bund habe Sachsen Geld zur Verfügung gestellt, um Impfkapazitäten auszubauen. „Ich würde sie dringend auffordern, dieses Geld zu nehmen und in Impfzentren zu stecken“.

Das trifft bei Kretschmer einen Nerv. „Hören Sie mal. So können Sie hier nicht mit mir reden!“, entgegnet Kretschmer wütend. „Reißen Sie sich am Riemen“, kontert Buschmann.

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„Ich habe hier gerade über Telegramm gesprochen. Über ein wirklich ernsthaftes Thema. Sie wollen Justizminister werden und schieben das jetzt wohl beiseite. Hier geht es um das Thema Rechtsextremismus“, sagt Kretschmer. Darauf Buschmann: „Sie haben eine katastrophale Lage in ihrem Bundesland und die müssen sie lösen“.

Lauterbach will schlichten

Von der Seite versucht Lauterbach zu beschwichtigen: „So kommen wir doch hier nicht weiter“. Er verteidigt die Corona-Maßnahmen in Sachsen. Sie würden erste Wirkung zeigen.

Später kommt dann der zweite Appell an den zukünftigen Justizminister, diesmal von Eva Quadbeck. Sowohl das Innen- als auch das Justizministerium der nächsten Regierung werde nicht darum herumkommen, sich mit dem Thema zu befassen.

In den sozialen Netzwerken würden sich Gewaltfantasien auch gegen den Staat hochschaukeln. Und mit der Verschärfung der Corona-Maßnahmen und der Debatte um eine Impflicht werde es eine „starke Boomerang-Wirkung“ in der Szene geben.

„Ich glaube, das ist ein Problem, dass die neue Bundesregierung wirklich zwingend und dringend und schnell in den Blick nehmen muss“, sagt die Journalistin an Buschmann gerichtet. Kretschmer nickt. Ein Widerwort von Buschmann bleibt diesmal aus.

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