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Donald Trump, Präsident der USA, tanzt nach seiner Rede bei einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: Nell Redmond/dpa
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Comeback bei US-Wahlen 2024? In Umfragen hat Trump derzeit die Nase vor Biden und Harris

Würden die Amerikaner jetzt wählen, säße der abgewählte Donald Trump wieder im Weißen Haus. Wie konnte das passieren?

Wie sähe die Welt derzeit wohl aus, wenn Donald Trump noch als US-Präsident im Amt wäre? Zuletzt gab er in Interviews anschaulich Auskunft darüber, wie er den Krieg in der Ukraine führen würde. Wenig überraschend dabei: seine Wankelmütigkeit. Sprach er dem russischen Präsidenten kürzlich noch sein Lob für dessen Angriffskrieg aus („genial“ und „schlau“), bekäme dieser jetzt amerikanische Kampf-Jets in den Kreml geschickt.

Zuvor würde er aber noch die chinesische Flagge draufpinseln lassen, erklärte er. Und wäre damit aber noch lange nicht fertig. Die USA hätten die großartigsten U-Boote der Welt, „die mächtigsten Maschinen, die je gebaut worden“, tönte er kürzlich bei seinem ehemaligen Haus-Sender Fox News. Sollte Putin das N-Wort (Nuklear-Waffe, Anm.) noch einmal erwähnen, „dann werden wir sie rüberschicken, und wir werden an Eurer Küste hoch und runter fahren“.

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47 Prozent stimmen für Trump, 41 Prozent für Biden

Nun hat der Mann das zwar nicht mehr zu entscheiden. Doch eine Umfrage für die US-Zeitung The Hill zeigt, dass er bei den nächsten Wahlen 2024 beste Chancen hat, wieder ins Amt zu kommen. Laut der Befragung, durchgeführt von der Harvard Universität und dem Meinungsforschungsinstitutes The Hill, würde 47 Prozent für Donald Trump stimmen und 41 Prozent für Joe Biden. Zwölf Prozent der insgesamt 1990 Befragten gaben an, unentschieden zu sein.

Noch schlechter würde bei ihnen Vize-Präsidentin Kamala Harris abschneiden. Wenn sie gegen Trump antreten würde, bekäme sie derzeit nur 38 Prozent der Stimmen. Er wiederum würde sogar 49 Prozent der Stimmen für sich verbuchen können.

Was ist da passiert?

Mark Penn, Co-Direktor der Harvard-Harris-Umfrage, führt die Zustimmung für den Präsidenten allerdings nicht auf dessen Popularität zurück. Er erklärt es sich mit den aktuellen Herausforderungen, die Biden und Harris zu stemmen haben. Penn würde den Zahlen „nicht zu viel Gewicht beimessen“. Sie spiegeln einfach die momentane Schwäche des Duos. Generell rechnet er aber damit, dass ein republikanischer Kandidat gute Chancen hätte.

Er attackiert weiter, vor allem Biden und seine Familie

Ob Trump selbst wieder antreten wird, ist noch unklar. In den vergangenen Monaten tourte er durch die Staaten und versuchte seine Anhänger zu mobilisieren. Dabei schlug der 75-Jährige in gewohnter Manier Parolen an und attackierte seinen Nachfolger Joe Biden. In der neuesten Episode seiner Tiraden richtet er sich auch an den russischen Präsidenten.

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Trump fordert Wladimir Putin auf, Informationen zu angeblichen Zahlungen an die Familie seines Nachfolgers, Präsident Joe Biden, zu veröffentlichen. In einem Interview mit dem stramm konservativen Sender Real America's Voice behauptete Trump, Biden und dessen Sohn Hunter hätten „beide“ von der Frau des Bürgermeisters von Moskau 3,5 Millionen US-Dollar erhalten. Das sei „viel Geld“ und die Frage sei, wofür es bezahlt worden sei.

„Also ich würde davon ausgehen, dass Putin die Antwort weiß. Ich denke, er sollte es veröffentlichen. Ich finde, wir sollten die Antwort kennen“, sagte Trump in einem am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlichten TV-Interview. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine war in dem knapp 30 Sekunden langen Ausschnitt des Gesprächs kein Thema.

Die Verstrickungen von Hunter Biden waren schon Wahlkampfthema 2020

Der Republikaner Trump hatte auch im Wahlkampf 2020 immer wieder Vorwürfe gegen Hunter Biden instrumentalisiert, um gegen seinen demokratischen Herausforderer Stimmung zu machen. Von Zahlungen an Joe Biden selbst war hingegen bislang nicht die Rede. Hunter Biden erhielt Beratungshonorare aus dem Ausland während sein Vater bis 2016 unter Barack Obama Vizepräsident gewesen war. Trotz Untersuchungen und einer laufenden steuerrechtlichen Ermittlung wurde Hunter Biden bislang kein gesetzeswidriges Verhalten zur Last gelegt.

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Die Vorwürfe bezüglich der angeblichen Zahlung von 3,5 Millionen Dollar stammten ursprünglich wohl aus einer Untersuchung der Republikaner im Senat. Darin hieß es, eine von Hunter Biden mitgegründete Firma habe das Geld 2014 von Elena Baturina erhalten, der Frau des früheren Bürgermeisters von Moskau, Juri Luschkow. Einem Faktencheck des Senders CNN zufolge hat Hunter Biden die Vorwürfe zurückgewiesen. Er sei weder Miteigentümer noch Mitgründer der Firma gewesen, die das Honorar erhalten habe, wurde sein Anwalt zitiert.

Im Juli 2019 hatte Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat erfolglos dazu gedrängt, wegen angeblich fragwürdiger Geschäfte Hunter Bidens in dem Land Ermittlungen anzukündigen. Es war der Beginn der Ukraine-Affäre, die zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump führte, das dieser nur dank der Mehrheit seiner Republikaner im Senat überstand. (tsp, dpa)

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