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Christian Drosten, Direktor am Institut für Virologie der Charité Berlin (Archivbild vom März 2020) Foto: Imago/Photothek/Janine Schmitz
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Christian Drosten an Impfgegner „Muss auch glauben, durch ein Steak seine Verdauung zu trainieren“

Auf Twitter knöpft sich Virologe Christian Drosten Impfverweigerer und deren These zur Immunisierung vor. Er erntet viel Zustimmung, aber auch Kritik.

Nach fast zwei Jahren Leben in einer weltweiten Pandemie hilft wohl oft nur noch eins: eine gute Portion Sarkasmus. Vor allem wenn man es ständig mit Querdenkern, Impfverweigerern und Möchtegern-Wissenschaftlern zu tun hat.

So hat Virologe Christian Drosten seinem Ärger auf Twitter Luft gemacht und sich sarkastisch zu den oft fragwürdigen Gerüchten zum Thema Corona geäußert.

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„Wer glaubt, durch eine Infektion sein Immunsystem zu trainieren, muss konsequenterweise auch glauben, durch ein Steak seine Verdauung zu trainieren“, twitterte Drosten am Mittwoch.

Er sei erstaunt, wie viele Missverständnisse und falsche Vorstellungen über Infektion, Impfung und Immunität bestünden. Mit etwas mehr Wissen könnten sich viele ihre Aggressivität sparen und stattdessen für sich selbst bessere Entscheidungen treffen, schrieb der Virologe.

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Der Tweet findet große Resonanz. Dabei reichen die Reaktionen, wie zu erwarten, von Zustimmung bis zu scharfer Kritik.

Drosten, der für die einen die Stimme der Vernunft und Wissenschaft darstellt, ist für andere auch Hassfigur. Auf seinem Twitter-Kanal lassen sich viele fachliche Erkenntnisse finden. In den Kommentaren und Retweets zu seinen Posts wüten aber häufig seine Kritiker.  

Seinem sarkastischen Tweet fügt der Virologe hinzu: „Im Ernst: Immunreaktion vs. 'Starkes Immunsystem' ist wie Lernen vs. Intelligenz. Ich kann ein Gedicht auswendig lernen, bin dadurch aber nicht intelligenter geworden. Ich kann eine Infektion überstehen, habe dadurch aber nicht 'mein Immunsystem gestärkt'“.

Kurze Zeit später fand Drosten dann wieder zu seiner gewohnt geduldigen Art zurück. In den kommenden Tagen werde er einige der nicht destruktiv gemeinten Einwände auf Twitter aufnehmen und kurz beantworten, kündigte er an. (Tsp)

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