Friedrich Merz, Kandidat für den Parteivorsitz der CDU Foto: Imago/Jürgen Heinrich
© Imago/Jürgen Heinrich

CDU-Politiker zum Alltag in der Coronakrise Merz warnt vor Gewöhnung an „Leben ohne Arbeit“

Der CDU-Politiker Friedrich Merz fürchtet, die Kurzarbeit in der Coronakrise könne die Arbeitsmoral sinken lassen. Nicht nur Arbeitsminister Heil ist empört.

Der CDU-Politiker und Kandidat für den Parteivorsitz Friedrich Merz sorgt sich angesichts der schon Monaten dauernden Kurzarbeit vieler Deutsche in der Coronakrise um die Arbeitsmoral im Lande. „Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können", sagte Merz bei „Bild live“ am Sonntagabend. „Wir müssen zurück an die Arbeit.“

Merz kritisierte auch die Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2021. „Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich skeptisch bin, dass diese sehr lange Verlängerung des Kurzarbeitergelds die richtige Lösung ist“, sagte er.

Es sei zu befürchten, dass man Mitarbeiter nicht dort bekomme, wo sie dringend gebraucht würden, da sie an jene Firmen gebunden seien, für die sie Kurzarbeitergeld bekommen.

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) reagierte scharf auf die Äußerungen von Merz. „Dieser Mann hat entweder ökonomisch keine Ahnung oder ist sozial zynisch - oder beides“, schrieb er auf Twitter. „Mit Kurzarbeit sichern wir Millionen von Arbeitsplätzen in der Corona-Krise und stabilisieren die gesamtwirtschaftliche Nachfrage.“

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi kommentierte die Aussage von Merz bei Twitter mit dem schlichten Satz: „Der merkt gar nichts mehr.“

Merz äußerte sich bei „Bild“ auch zur Situation an den Schulen. „Es bleiben einfach zu viele Lehrer zu Hause“, sagte er und legte damit nahe, dass seiner Ansicht Lehrer wegen nicht gravierender Krankheiten daheim blieben. Er befürworte den Kurs der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien (CDU), die sich sehr rigoros dafür einsetze, dass die Lehrer, die nicht ernsthaft erkrankt sind, in die Schule kommen müssten. „Wir brauchen das System Schule - das muss funktionieren, auch in Corona-Zeiten“, sagte Merz weiter. (Tsp)

Zur Startseite