Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht im Rathaus in Hamburg. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
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Casdorffs Agenda Die Kritik an der Außenpolitik kommt von einem, der sie kennt

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Wenn es um Krieg geht, braucht es in der Außenpolitik einen Plan. Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier offen Stellung bezieht, ist kein Zufall. Ein Kommentar.

Außenpolitik – da denkt man als Politiker sicher gleich an steigende Beliebtheitswerte. Und so ist es ja in aller Regel auch. Nur ist Außenpolitik nicht bloß „bella figura“. Ein Außenpolitiker ist kein sprechender Anzug. Wäre es so, könnte man das Außenamt entweder gleich schließen oder auf die Presseabteilung und deren „Ticker“ reduzieren, wie es dort heißt. Nein, sie erfordert mehr.

Wenn es zum Beispiel, wie gegenwärtig, um Krieg in der Welt geht, dann reicht das Beschwören von Friedfertigkeit nicht aus, vielmehr braucht es einen Plan. Einen, der vom gewünschten Ergebnis her denkt und die Wege dorthin beschreibt; nachdenken, um vorauszudenken. Außenpolitik ist da wie Latein: Wer schon die Vokabeln nicht kennt, kommt nicht weit. Vom Rest zu schweigen. Übersetzungen wollen gelernt sein. Gelernt! Vermutlich deswegen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) jetzt gerade sehr offen kritisch Stellung bezogen zu unserer Außenpolitik. Er ist nämlich einer, der sie gelernt hat.

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