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Fanatisch für den IS. Die Bundesanwaltschaft hat erneut eine Frau angeklagt, die bei der Terrormiliz IS war und mit ihrem Mann eine Jesidin versklavt und misshandelt haben soll. Foto: DPA
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Bundesanwaltschaft klagt Bremer IS-Frau an Jesidische Sklavin schwer misshandelt

Jalda A. soll in Syrien gemeinsam mit einem IS-Kämpfer eine Jesidin wochenlang gequält haben. Das Opfer wurde mutmaßlich geschlagen und vergewaltigt.

Das Schicksal der Jesiden zählt zu den schlimmsten Verbrechen, die der IS begangen hat. Die Terrormiliz tötete 2014 beim Feldzug im Nordirak etwa 5000 jesidische Männer, ungefähr 7000 Frauen und Kinder wurden versklavt.

Die UN sprechen von Völkermord. In Deutschland befasst sich die Bundesanwaltschaft mit den Ermittlungen, aktuell geht es wieder einmal um einen grauenhaften Fall. Die Behörde hat, wie sie am Dienstag in Karlsruhe mitteilte, am 18. März beim Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg Anklage gegen die deutsche Staatsangehörige Frau Jalda A. (34) erhoben.

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Die aus Bremen stammende IS-Frau soll im Frühherbst 2017 in Syrien gemeinsam mit einem Kämpfer der Terrormiliz eine Jesidin massiv misshandelt haben.

„Nahezu täglich“ habe Jalda A. der versklavten Frau Schläge und Tritte versetzt, sie an den Haaren gerissen oder den Kopf gegen eine Wand geschlagen, sagt die Bundesanwaltschaft. Jalda A. soll zudem mit ihrem Mann die Jesidin zur Hausarbeit gezwungen haben.

Die Sklavin musste offenbar auch das Kind von Jalda A. versorgen. Die Angeschuldigte soll auch mitbekommen haben, dass der IS-Kämpfer die Jesidin oft vergewaltigte.

Der IS wollte den jesidischen Glauben vernichten

Das Opfer wurde zusätzlich durch den von Jalda A. mutmaßlich ausgeübten Zwang erniedrigt, nach islamischem Ritus zu beten. „Dies alles diente dem erklärten Ziel des IS, den jesidischen Glauben zu vernichten“, heißt es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft.
Jalda A. soll außerdem häufig Zuschauerin bei öffentlichen Bestrafungsaktionen der Terrormiliz gegen „Ungläubige“ dabei gewesen sein. Die Opfer sollen misshandelt, einige auch gesteinigt worden sein.

Die Bundesanwaltschaft wirft Jalda A. insgesamt sechs schwere Delikte vor, darunter Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Beihilfe zu Völkermord. Die 2014 zum IS gereiste Frau geriet Ende 2017 in kurdische Gefangenschaft.

Bei ihrer Rückkehr im Oktober 2021 nach Deutschland wurde sie am Flughafen Frankfurt festgenommen.
Bei der Bundesanwaltschaft nehmen solche Fälle zu.

Am 31. März wurden an dem Flughafen vier IS-Frauen festgenommen, eine soll an der Versklavung einer Jesidin beteiligt gewesen sein. Im Oktober 2021 verurteilte das Oberlandesgericht München eine Frau, die mit einem IS-Kämpfer eine Jesidin als Sklavin gehalten hatte und deren Tochter verdursten ließ, zu zehn Jahren Haft.

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