Gibt auf: der Demokrat Beto O'Rourke. Foto: Charlie Neibergall/AP/dpa
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Biden rutscht in Umfragen weiter ab US-Demokrat O'Rourke steigt aus Rennen ums Weiße Haus aus

2018 galt er vielen noch als Hoffnungsträger der Demokraten. Jetzt gibt Beto O'Rourke den Kampf um die Präsidentschaftskandidatur auf.

Der prominente Demokrat Beto O'Rourke bewirbt sich nicht mehr um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei. Es sei inzwischen klar, dass seine Kandidatur nicht erfolgreich sein könne, erklärte der frühere texanische Abgeordnete am Freitag. Nun sei es das Wichtigste, dass sich die Partei auf einen Kandidaten verständige, um Präsident Donald Trump bei der Wahl in einem Jahr mit vereinten Kräften zu schlagen, erklärte er weiter.

Eintreiben von Spendengeldern wurde für O'Rourke immer schwieriger

"Auch wenn es schwer zu akzeptieren ist, ist mir klar, dass diese Kampagne nicht die Mittel zur Verfügung hat, um erfolgreich weiterzukommen", teilte O'Rourke am Freitag auf der Website Medium mit. Die Umfragewerte des 47-Jährigen hatten in den vergangenen Monaten stagniert, das Eintreiben von Spendengeldern wurde schwieriger.
Der ehemalige Kongressabgeordnete galt im vergangenen Jahr noch als Hoffnungsträger der Demokraten, als er in der Republikaner-Bastion Texas nur knapp im Rennen um einen Senatssitz in Washington unterlag. O'Rourke war es gelungen, eine enthusiastische Graswurzelkampagne zu mobilisieren und eine beachtliche Spendensumme einzusammeln.
Mitte März hatte er seine Ambitionen auf das Präsidentenamt bekannt gegeben. Er reihte sich allerdings ein in ein breites Bewerberfeld bei den Demokraten und spielte zuletzt nur noch eine marginale Rolle. Nach dem Ausscheiden O'Rourkes bewerben sich noch 17 Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur. Die Favoriten sind derzeit der frühere Vizepräsident Joe Biden und die Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders.

Die parteiinternen Vorwahlen, bei denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Wahl im November 2020 festlegen, beginnen erst im Februar. Trump will bei der Wahl für die Republikaner antreten und sich eine zweite Amtszeit sichern.

Warren und Sanders liegen in Iowa vor Ex-Vizepräsident Biden

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Biden im Schlüssel-Bundesstaat Iowa weiter an Boden verloren. In einer am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Umfrage von "New York Times" und Siena College lagen nicht nur die Senatoren Warren und Sanders vor Biden, der altgediente Politiker wurde überdies von dem 37-jährigen Kommunalpolitiker Pete Buttigieg überholt, den vor einem Jahr noch kaum einer kannte.

Im Durchschnitt mehrerer Umfragen, den die Website "RealClearPolitics" errechnete, liegt Warren in Iowa mit einer Zustimmungsrate von 22,3 Prozent vorn, gefolgt von Buttigieg mit 17 Prozent und Biden mit 15,7 Prozent. Für den Stellvertreter des früheren Präsidenten Barack Obama bedeutet dies ein deutlicher Absturz. Mitte September war der 76-Jährige in dem ländlichen Bundesstaat im Mittleren Westen noch auf 28,5 Prozent gekommen.

Der Bundesstaat spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung der Demokraten

Danach wurde Bidens Image allerdings durch die Ukraine-Affäre erschüttert. Dabei geht es um die Forderung von Trump an den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyi nach belastendem Material gegen Biden und dessen Sohn Hunter Biden zu suchen. Iowa spielt eine wichtige Rolle bei der Entscheidung über den demokratischen Präsidentschaftskandidaten, weil hier im Februar die erste Vorwahl stattfindet. Mit einem Sieg hier oder zumindest einem überraschend gutem Abschneiden könnten die Bewerber die Weichen für ihre Kandidatur stellen. Deswegen werden die Wähler in Iowa seit Monaten von den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern umworben.

Landesweit liegt Biden in den Umfragen weiter vorn, sein Vorsprung ist aber deutlich geschmolzen. Warren hat sich auf den zweiten Platz vorgekämpft, gefolgt von Sanders und mit deutlichem Abstand Buttigieg, dem Bürgermeister von South Bend im Bundesstaat Indiana. (AFP, dpa)

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