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Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Friedrichsstraße am Halleschen Tor Foto: ADN/ZB/Archiv Berlin
© ADN/ZB/Archiv Berlin

Befreiung und Neuanfang vor 75 Jahren Wie die Erinnerungen an das Kriegsende heute helfen können

Am 2. Mai 1945 kapitulierte das nationalsozialistische Berlin gegenüber der Roten Armee. Der Blick zurück ist auch in der aktuellen Krise wichtig.

Die Stadt – ausgebombt und als freies Gebilde sowieso längst zertrümmert. Das Land – geschlagen, vor allem mit eigener Schuld am größten Massenmord der Geschichte. Die Menschen – befreit und dabei beladen mit der Frage, wie ein Leben nach dem Krieg überhaupt weitergehen kann. Berlin und Deutschland vor 75 Jahren: nicht bloß eine Zeitenwende, sondern ein Zeitenende. Zum Glück für die Welt, zum Glück für uns alle.

Ein Blick zurück hilft, um zu erkennen, wie gut und frei wir heute leben; selbst bei zeitweiligen Einschränkungen wegen einer weltweiten Pandemie. Frieden ist ein Geschenk. Deutschland wurde es im Mai 1945 von den Alliierten gemacht, auch wenn sie später Deutschland teilten und es einer Revolution bedurfte, bis das Feuer auch des Kalten Krieges erlosch.

Der Frieden, von dem unsere Großmütter und Großväter geträumt haben

Jeden neuen Tag friedlich und frei und nicht hungernd zu erleben – davon haben die Berlinerinnen und Berliner vor 75 Jahren geträumt. Unsere Großmütter, unsere Großväter.

Am 2. Mai 1945 kapitulierte das nationalsozialistische Berlin gegenüber der Roten Armee; die letzte Schlacht eines weltweiten Infernos hatte weitere Hunderttausende Tote gefordert. Nach einem millionenfachen Genozid, der niemals verjährt.

Mit einer Sonderausgabe möchten wir in der Ausgabe von Sonnabend an Befreiung und Neuanfang erinnern – mit vielen Perspektiven der Erinnerung; mit Geschichten, die auf dem Pflaster passierten, über das wir heute gehen.

[Niemals vergessen! Wo Berlin der Opfer des Nationalsozialismus gedenkt, mit Stolpersteinen und kleineren Gedenkorten in Kiezen und Ortsteilen, können Sie hier auf einer interaktiven Karte sehen: tagesspiegel.de]

Anhand alter Tagebücher und exklusiver Archivrecherchen, mit Reportagen und bisher unbekannten Fotos des Deutsch-Russischen Museums beschreiben wir den Alltag in der vom Krieg zernarbten Stadt. Schicksale von Opfern der Euthanasie und von Soldaten der letzten Schlacht werden nachgezeichnet, ebenso der Neuaufbau durch mutige Frauen sowie die heutige Erinnerung an das damalige Leid.

Als Gastautoren schreiben der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer, der Historiker Paul Nolte und Jugendliche aus aller Welt über Lehren für unsere Welt heute. Digital begleitet der Tagesspiegel den 75. Jahrestag der Befreiung mit einer Online-Sonderseite, einer digitalen Karte zur Schlacht um Berlin, historischen Bildergalerien und einem Tagebuch der letzten Kriegstage.
Aus der Schuld und den Schicksalen des Gestern lässt sich bis heute lernen. Vor allen Dingen, wie wichtig auch morgen die Freiheit und der Frieden sind. Für die Welt, für uns alle.

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