Passt. Henning Harnisch bei der Arbeit mit seiner Zielgruppe. Foto: Rainer Jensen/picture alliance/dpa
p

Basketballidol von Alba Berlin Henning Harnisch hilft Hessens SPD im Wahlkampf

0 Kommentare

Der frühere Basketballprofi Henning Harnisch kehrt für ein paar Wochen in seine hessische Heimat zurück, um die SPD im Wahlkampf zu unterstützen. Es geht vor allem um sein Konzept vom Sport.

Für den Wahlkampf bekommt Hessens SPD prominente Unterstützung aus Berlin – aber nicht nur von hoher Politik. Der frühere Basketballprofi Henning Harnisch soll als Sportbeauftragter für die SPD punkten. Er kehrt damit bis zum Wahltermin am 28. Oktober in seine Heimat zurück. Denn Harnisch stammt aus Oberhessen, spielte in der Bundesliga für Gießen, wo auch SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel herkommt. Und eine entscheidende Rolle bei Harnischs Verpflichtung spielte dessen Ehefrau Annette Gümbel. Sie ist Vereinsvorsitzende des TV Lich Basketball, weshalb Harnisch sagt: "Das ganze fußt auf zwischenmenschlichem Vertrauen."

Drei mal zwei Wochen wird Harnisch jetzt durch Hessen reisen, Sportangebote kennenlernen, "alle Freibäder abschwimmen". Und vor allem sein Sportkonzept einbringen und weiterentwickeln.

Als Spieler war Harnisch ein Idol, „Flying Henning“ wurde er genannt, weil er mit wehenden langen Haaren hoch zum Korb flog. Er gehörte zum Nationalteam, das 1993 den Europameistertitel gewann. Mit Berlins Bundesligaklub Alba gewann er zweimal die deutsche Meisterschaft. Bei Alba arbeitete er auch als Sportdirektor. Doch für sein Sportverständnis erwies sich diese Aufgabe als zu eng.

Sport als Medium zum Sozialmanagement

Jetzt glänzt Harnisch mit einer seltenen Kombination aus Vision und Tat. Das Leitbild des 50-Jährigen, allen Kindern und Jugendlichen eine Sportbiographie zu ermöglichen, setzt er selbst um, indem er schon in Kitas und Grundschulen Sportangebote etabliert. „Kinder sollen glückliche Sportbürger werden“, sagt er. Sport sieht er als Medium zur Stadtentwicklung und zum Sozialmanagement.

Gerade deshalb bemüht er sich um eine intensive Vernetzung des Sports mit sozialen Einrichtungen und Schulen. Sein Verein Alba Berlin, bei dem er für die Nachwuchsarbeit verantwortlich ist, kooperiert inzwischen mit 120 Schulen. Für sein Engagement ist er schon ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem „Goldenen Band der Berliner Sportpresse“.

Was er sich unter einer „neuen Sportkultur“ vorstellt, veranschaulicht Harnisch gerne mit Beispielen. So könnten doch etwa die neuen Erstklässler die 100 Meter bis zur Einschulung mit Zuckertüte in der Hand rückwärts laufen. Sport in Kitas und Schulen zu etablieren, das wird auch im Mittelpunkt von Harnischs Reisen und Gesprächen in Hessen stehen.

Mitglied der SPD ist er nicht, aber Sympathisant. Und politisch sei er auch insofern motiviert, als er sich "bewusst gegen populistische Parolen wie ;Nein', ,Wie schlecht!' oder ,Muss weg!' engagieren möchte mit Angeboten zum Miteinander". Er wird nicht nur seine Erfahrungen in den Wahlkampf einbringen, sondern auch Erkenntnisse mit zurück nach Berlin nehmen. In Hessen gibt es ein Modellprojekt an einigen Schulen, die eine tägliche Sportstunde eingeführt haben. Das ist ganz im Sinne von Henning Harnisch.

Zur Startseite