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Ein Polizist steht in Auckland in der Nähe des Tatorts. Foto: Alex Burton/New Zealand Herald/AP/dpa
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Ardern spricht von Terror Sechs Menschen bei Messerangriff in Neuseeland verletzt

Mitten im Lockdown greift ein mutmaßlicher IS-Anhänger in Auckland in Neuseeland Menschen an. Die Polizei erschießt ihn. Die Premierministerin ist geschockt.

Bei einem offenbar islamistisch motivierten Anschlag in Neuseeland sind sechs Menschen verletzt worden. Der Angreifer attackierte am Freitag in einem Supermarkt in einem Vorort von Auckland wahllos Menschen mit einem Messer, wie die Polizei mitteilte. Beamte erschossen den Mann. Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem "Terroranschlag". Demnach war der Angreifer von der Ideologie der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) inspiriert.

Ardern zufolge schwebten vier der sechs Verletzten in Lebensgefahr. "Was heute geschehen ist, war verachtenswert, hasserfüllt und falsch", sagte die Premierministerin. Dahinter stecke kein Glauben, sondern "eine Ideologie, die hier von niemandem unterstützt wird".

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Bei dem Angreifer handelte es sich demnach um einen Mann aus Sri Lanka, der seit 2011 in Neuseeland lebte und seit 2016 unter behördlicher Überwachung stand. Die Polizei erschoss den Angreifer Ardern zufolge weniger als eine Minute nach Beginn der Attacke.

Der Mann, zu dem zunächst keine weiteren Details bekannt wurden, soll die Tatwaffe in dem Supermarkt erworben haben, bevor er mit dem Messer auf Anwesende losging. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot und einem Hubschrauber im Einsatz war, sperrte das Gebiet um das Einkaufszentrum im Viertel New Lynn südwestlich des Stadtzentrums großräumig ab.

Die neuseeländische Premierministerin: Jacinda Ardern. Foto: Robert Kitchin/AAP Image/Pool via Reuters Vergrößern
Die neuseeländische Premierministerin: Jacinda Ardern. © Robert Kitchin/AAP Image/Pool via Reuters

Anwohner berichteten neuseeländischen Medien von Panik und Schreien. Mehrere Dutzend Kunden flohen in eine nahe gelegene Apotheke und verschanzten sich dort. In einem in sozialen Medien verbreiteten Video sind Menschen zu hören, die einander warnen: "Da ist jemand mit einem Messer drin!“ Kurz darauf sind Schüsse zu hören.

Die Supermarktkette Countdown, zu der LynnMall gehört, teilte mit, das Management sei wegen des Vorfalls "am Boden zerstört". Erst im Mai hatte es in einem anderen Supermarkt der Kette eine Messerattacke mit fünf Verletzten gegeben. "Einmal mehr ist uns das Herz schwer, wissend, was unser Team und unsere Kunden erlebt und durchgemacht haben", hieß es.

Die Millionenmetropole Auckland auf der Nordinsel ist Neuseelands größte Stadt. Seit Mitte August steht sie wegen eines Corona-Ausbruchs unter einem strikten Lockdown. Nur wesentliche Geschäfte wie Supermärkte und Apotheken dürfen öffnen.

Der bisher schlimmste Anschlag in der Geschichte Neuseelands ereignete sich im März 2019, als ein rassistischer Schütze in zwei Moscheen in Christchurch um sich schoss. Bei diesem Anschlag wurden 51 Menschen getötet und 40 weitere verletzt. Der Attentäter wurde im August 2020 zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung verurteilt. Das minutiös geplante Massaker übertrug der Täter per Helmkamera ins Internet. Viele Überlebende leiden bis heute unter den Folgen, sind arbeitsunfähig oder müssen mit starken Schmerzen leben. In Folge der Tat verschärfte die Regierung die Waffengesetze. (AFP, dpa)

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