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Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, bei einem Interview. Foto: Oliver Berg/dpa
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„Alt“ und „realitätsfremd“? Kardinal Woelki bestreitet despektierliche Äußerungen über den Papst

Der Glaubensmann soll sich kritisch über den Papst geäußert haben. Stimmt nicht, sagt er nun. Seine Kritik sei jedoch gen Rom gerichtet gewesen.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat bestritten, sich kritisch über Papst Franziskus geäußert zu haben. „Mir liegt es vollkommen fern, den Heiligen Vater als einen alten und realitätsfremden Mann hinzustellen“, sagte Woelki am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Köln. „Im Gegenteil, ich schätze den Papst sehr - insbesondere sein derzeitiges friedenspolitisches Engagement.“

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Zuvor hatten mehrere Teilnehmer einer Sitzung des Diözesanpastoralrats am Samstag in Düsseldorf übereinstimmend berichtet, Woelki habe den Papst als „alt“ und „realitätsfremd“ beschrieben. Das Zitat sei genauso gefallen, hieß es am Sonntag erneut aus dem Teilnehmerkreis. 

Woelki sagte dazu, er habe dem Diözesanpastoralrat - seinem wichtigsten Beratungsgremium - offen und ehrlich die Hintergründe seiner Auszeit von Oktober bis März geschildert.

Bevor es zu dieser Auszeit gekommen sei, habe es ein Gespräch mit ihm bei der Bischofskongregation gegeben, einer der mächtigsten Behörden der Vatikans, die für alle Bischofsangelegenheiten zuständig ist. Dort habe man ihm vorgehalten, dass er bei der Aufklärung des Missbrauchsskandals im Erzbistum Köln „wie ein Politiker gehandelt“ habe.

Römische Bischofskongregation soll gemeint gewesen sein

Insbesondere sei ihm vorgeworfen worden, unmittelbar nach der Vorstellung des Gutachtens über den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen zwei Mitarbeiter beurlaubt zu haben.

Damit habe er gehandelt wie ein Politiker, und das sei typisch für die deutschen Bischöfe. Der Weg der Kirche sei jedoch ein anderer, nämlich der des Gebets, der Buße und der Umkehr, sei ihm gesagt worden. Deshalb müsse er, Woelki, jetzt einen solchen Weg gehen und eine längere Auszeit nehmen.

Wenn er das tue, würden die Menschen im Erzbistum Köln dies zu würdigen wissen, sich ebenfalls auf einen solchen Weg begeben und ihm die Hand entgegenstrecken. Daraufhin habe er gesagt: „Wer soll das verstehen? Das ist doch völlig realitätsfremd!“

Er habe also nicht den Papst, sondern die Meinung der Bischofskongregation gemeint, als er von „realitätsfremd“ gesprochen habe, und das könne man doch wohl nachvollziehen, sagte Woelki. Er räumte gleichzeitig ein, dass die Idee für die Auszeit nicht von ihm ausgegangen sei. Er habe die Idee aber von Anfang an mitgetragen.

Das Attribut „alt“ stamme wiederum aus einem anderen Zusammenhang. Im Februar 2021 habe Papst Franziskus ihm in einem Gespräch versichert, dass er voll und ganz hinter ihm stehe und er dies gern auch in den deutschen Medien kommunizieren dürfe.

Das habe er aber bewusst nicht getan, weil er dem Papst, „diesem alten Mann“, das nicht auch noch zumuten wolle. Darüber habe er im Diözesanpastoralrat vertraulich berichtet, sagte Woelki. Er habe also den Papst in keiner Weise kritisiert, sondern ihn im Gegenteil schützen wollen. (dpa)

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