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Hass ohne Ende. Al-Qaida-Chef Aiman as Sawahiri tritt nach langer Zeit wieder in einem Drohvideo auf. Zum 20. Jahrestag von 9/11 wird weitere Gewalt angekündigt Foto: Intelcenter/dpa
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Al-Qaida-Chef Sawahiri in Video Drohgebärde zum 20. Jahrestag von 9/11

Nach langer Pause meldet sich der "Emir" von Al Qaida. Der Film ist auch eine indirekte Drohung an die Bundeswehr in Mali.

Er inszeniert sich als heiliger Mann, eingehüllt in weißes Gewand und weißem Tuch mit Zipfel auf dem Kopf. Aiman as-Sawahiri reckt den grauweißen Vollbart nach vorne und hebt die Hände. Der „Emir“ von Al Qaida doziert erstmals seit Juli 2019 wieder in einem Video, das die Terrororganisation nun zum 20. Jahrestag von 9/11 im Internet veröffentlicht hat. „Vergessen wir nicht, dass 19 Mudschahedin, Krieger des Islam, Amerika ins Herz trafen“, sagt Sawahiri.

Insgesamt 19 Selbstmordattentäter, darunter drei arabische Studenten aus Hamburg, hatten am 11. September 2001 vier Passagiermaschinen entführt und den monströsen Terrorangriff auf die USA verübt. Dass Al Qaida sich selbst dafür lobt, ist für deutsche Sicherheitskreise allerdings nicht die wichtigste Erkenntnis aus dem einstündigen Video. Die wesentlichen Botschaften sind andere.

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Nach den Gerüchten im vergangenen Jahr, der aus Ägypten stammende Al-Qaida-Chef sei an einer Krankheit gestorben, „gehen wir jetzt davon aus, dass er noch lebt“, sagt ein Experte. Die Terrororganisation wird also weiterhin von dem Mann geführt, der vor zehn Jahren den von einem US-Kommando getöteten Osama bin Laden beerbte und für 9/11 und weitere schwere Anschläge zumindest mitverantwortlich ist.

Das FBI hat 25 Millionen Dollar für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung von Sawahiri führen. Sicherheitskreise vermuten, Sawahiri halte sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet auf. Womöglich habe ihn auch Pakistans Geheimdienst ISI wie einst Osama bin Laden in einer pakistanischen Großstadt untergebracht.

Schnell noch Bilder vom Triumph der Taliban

Um Spuren zu verwischen, wurde das neue Video offenbar über Monate nach und nach aufgenommen. Kurzfristig hat As Sahab, das Propaganda-Organ von Al Qaida, noch Bilder vom Triumph der Taliban in Kabul eingefügt. Sawahiri äußert sich jedoch nicht zum Sieg der Gesinnungsgenossen, das war wohl auf die Schnelle nicht zu machen.
Bedrohlich für Deutschland erscheint, dass der Anführer der Al-Qaida-Filiale in Nordafrika, Abu Ubaidah Yusef al Annabi, ebenfalls im Film auftritt. Nach Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes steckte Al Qaida hinter dem Anschlag vom Juni auf die Bundeswehr in Mali. Zwölf deutsche Soldaten und einer aus Belgien wurden verletzt.

Eine zumindest indirekte Drohung mit weiteren Anschlägen ist ebenso der Titel des Videos: „Jerusalem wird nicht judaisiert sein.“ Das ist auch eine Parole für den Dschihad von Al Qaida in Afrika. Die Terroristen hoffen, der Westen werde in Mali so gedemütigt wie in Afghanistan.

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