Alexej Nawalny, Oppositionspolitiker von Russland, ist in Berlin aus dem Koma erwacht (Archivbild). Foto: dpa/AP/Pavel Golovkin
© dpa/AP/Pavel Golovkin

Update Ärzte der Charité Berlin teilen mit Russischer Oppositioneller Nawalny aus dem Koma erwacht

Der Gesundheitszustand des wohl bekanntesten Patienten Berlins hat sich verbessert - an der Charité wird Alexei Nawalny aber noch eine Weile bleiben.

Der Gesundheitszustand von Alexei Nawalny hat sich gebessert - der russische Oppositionelle befindet sich nicht mehr im Koma. Das teilte die Charité am Montag mit.

Nawalny wird seit dem 22. August 2020 in Berlins landeseigener Universitätsklinik behandelt. Ärzte der Charité und des Bundeswehrkrankenhauses hatten festgestellt, dass der Kreml-Kritiker vergiftet worden war.

Das durch Medikamente aufrechterhaltene künstliche Koma sei nun beendet worden, teilte der Charité-Vorstand mit, der Patient werde schrittweise von der Beatmung durch eine Lungenmaschine entwöhnt. "Er reagiert auf Ansprache", erklärte die Charité-Leitung. "Langzeitfolgen der schweren Vergiftung sind weiterhin nicht auszuschließen."

Intern wird davon ausgegangen, dass Nawalny noch drei Wochen in der Klinik bleibt. Wegen Russlands bekanntestem Oppositionellen hatte das Bundeskriminalamt die Charité inspiziert. Auch unter Charité-Mitarbeiterin ist nicht bekannt, auf welcher Station genau der Patient liegt.

Die behandelnden Ärzte stehen mit Nawalnys Ehefrau in Kontakt, die Klinikleitung schreibt: "Im Einvernehmen mit seiner Ehefrau geht die Charité davon aus, dass die öffentliche Mitteilung zum Gesundheitszustand in seinem Sinne ist." In den Fall hatte sich auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeschaltet. Die russische Regierung in Moskau wies den Verdacht zurück, für Nawalnys Vergiftung verantwortlich zu sein.

Der 44-Jährige war auf Wunsch von Mitstreiterin und seiner Familie nach Berlin gebracht worden. An der Hochschulklinik waren immer wieder Dissidenten, aber auch Despoten behandelt worden. Zuletzt hatten Charité-Ärzte 2018 den ebenfalls vergifteten russischen Aktivisten Pjotr Wersilow versorgt.

Zur Startseite