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Raucher halten eine brennende Zigarette in der Hand. Der Verbrennungsprozess fördert krebserregende Stoffe zutage. Foto: Armin Weigel/dpa
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50 Cent Aufschlag je Schachtel Zigaretten Rauchen könnte bald deutlich teurer werden

Der Bundestag hat am Mittwoch höhere Tabaksteuern beschlossen. Davon sind nicht nur Filterzigaretten betroffen, sondern auch andere Produkte.

Zigarettenraucher werden steuerlich noch mehr zur Kasse gebeten, als zunächst von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgeschlagen. Im Schnitt wird die Steuer je Schachtel mit 20 Stück 2022 und 2023 jeweils um zehn Cent angehoben. 2024 findet keine Erhöhung statt, 2025 und 2026 steigt die Steuerlast jeweils um 15 Cent je Schachtel.

Am Ende der vier Erhöhungsstufen liegt also der Steueranteil um 50 Cent je Schachtel höher als bisher. Die Steuererhöhung auf Filterzigaretten kostet Raucher ab 2022 jedes Jahr zwischen zwölf und 13 Milliarden Euro. Erfahrungsgemäß nutzen die Hersteller Steuererhöhungen, um ihrerseits höhere Preise durchzusetzen. Insofern müssen sich Raucher von Zigaretten also auf deutlich höhere Preise ab 2022 einstellen.

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Tabak für Wasserpfeifen, die vor allem bei Jugendlichen beliebt sind, werden mit einer drastischen Tabaksteuer belegt. Sie werden fiskalisch der Filterzigarette gleichgestellt. Der Finanzausschuss des Bundestages hat das neue Tabaksteuermodell am Mittwoch beschlossen. Die Koalition bricht damit mit ihrem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, dass es keine Steuererhöhungen in dieser Wahlperiode geben soll.

Dampfer, die Flüssigkeiten in E-Zigaretten erhitzen und inhalieren, sowie Konsumenten von weniger schädlichen Tabakprodukten werden ebenfalls steuerlich kräftig zur Kasse gebeten. Erstmals überhaupt werden die Flüssigkeiten für E-Zigaretten mit Tabaksteuer belegt. Dies gilt unabhängig davon, ob die Flüssigkeiten nikotinhaltig sind oder nicht. Die Steuer auf die Flüssigkeit kommt ebenfalls in vier Stufen.

Auch Tabakerhitzer dürften teurer werden

Gegenüber dem Vorschlag von Scholz haben die Steuerexperten der Koalition die Tabaksteuer auf E-Zigaretten-Flüssigkeiten um etwa 20 Prozent gesenkt. Je Fläschchen mit zehn Milliliter Flüssigkeit wird jetzt ab 1. Juli 2022 eine Steuer von je 1,60 Euro fällig. 2024 beträgt der Steueraufschlag je zehn Milliliter zwei Euro, 2025 genau 2,60 Euro und 2026 dann 3,20 Euro. Mit diesen Sätzen liegen die Flüssigkeiten deutlich unter der Belastung mit der Tabaksteuer bei Filterzigaretten. 

Zahlreiche Zigarettenkippen liegen in einem Sammelbehälter. Foto: Armin Weigel/dpa Vergrößern
Zahlreiche Zigarettenkippen liegen in einem Sammelbehälter. © Armin Weigel/dpa

Die Union hat dies durchgesetzt, weil das Dampfen mit E-Zigaretten von Experten als weniger gesundheitsschädlich eingestuft wird als das Rauchen von Zigaretten. Der Verbrennungsprozess beim Zigarettenrauchen gilt als hochgradig krebserregend. Beim Dampfen findet der Verbrennungsprozess nicht mehr statt. Das Inhalieren des nikotinhaltigen Dampfes ist nicht gesund, aber offenbar weniger schädlich als der Zigarettenrauch. 

Eine kräftige Steuererhöhung erfahren so genannte weniger schädliche Tabakprodukte. Dabei handelt es sich etwa um Produkte wie die Iqos von Philip Morris, bei denen der Tabak nur noch erhitzt, aber nicht mehr verbrannt wird. Die Iqos soll bei der Tabaksteuer lediglich einen Abschlag um 20 Prozent gegenüber der Filterzigarette bekommen. Bislang wurden weniger schädliche Tabakprodukte wie Pfeifentabak und damit deutlich geringfügiger besteuert. 

Sebastian Brehm, CSU-Finanzexperte, sagte gegenüber dem Tagesspiegel: „Mit 500 Millionen Euro wird ein großer Teil der Mehreinnahme an den Drogenbeauftragten gehen, die mit dem Geld Präventionsprogramme für Jugendliche finanzieren soll.“

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