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Inge Paulini die Präsidentin des Bundesamt für Strahlenschutz. Foto: Imago images/Political-Moments
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10 Jahre nach Fukushima BfS-Chefin fordert europaweiten Atomausstieg

Laut Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, sind die Vorbereitungen auf Reaktorkatastrophen seit Fukushima verbessert worden.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Inge Paulini, fordert wegen der großen Risiken zehn Jahre nach der Katastrophe von Fukushima einen europaweiten Atomausstieg. „Es wäre besser, wenn gar keine Kernkraftwerke mehr in Europa liefen, weil es ohne sie sicherer ist“, sagte Paulini im Interview mit dem Tagesspiegel. „Fukushima lehrt uns, dass es keine Sicherheitsgarantie gibt. Je mehr Kraftwerke betrieben werden, desto höher ist auch das Risiko, dem wir ausgesetzt sind.“ Auf die Frage, welche Anlagen in Europa ihr besondere Sorgen bereiten, betonte Paulini: „Alle, die noch laufen“. Das BfS bereite sich insbesondere auf Unfälle in grenznahen Kernanlagen vor, da Unfälle dort die größten Auswirkungen auf Deutschland haben könnten.  

Insgesamt sei Deutschland als Lehre aus Fukushima besser vorbereitet, auch unter den Bedingungen einer Pandemie sei man im Fall einer Katastrophe arbeitsfähig. „Der Radius um Kernkraftwerke, für die Notfall-Schutzmaßnahmen vorgeplant sind, wurde auf 100 Kilometer vergrößert. Wir haben außerdem größere Vorräte an Jodtabletten angelegt, die Bestände wurden auf 189,5 Millionen Tabletten aufgestockt“, betonte Pauli.  

Zudem sei vor kurzem das radiologische Lagezentrum eingerichtet worden, in dem alle Akteure in einem Notfall unter Leitung des Umweltministeriums zusammenkommen. Bei einer Katastrophe würde in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern um das Kernkraftwerk die Bevölkerung bis zum Alter von 45 Jahren Jodtabletten erhalten, um die Anreicherung von radioaktivem Jod in der Schilddrüse zu blockieren. „Kinder, Jugendliche unter 18 Jahren und Schwangere würden bundesweit die Tabletten erhalten. Für Personen über 45 Jahren wird von der Einnahme von hochdosierten Jodtabletten abgeraten“, betonte Paulini.

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