Die Ostersaison steht vor der Tür. Die balearische Regierung hat die Maßnahmen auf Mallorca verschärft. Foto: Imago/Eibner
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Osterferien 2021 auf den Balearen? Mallorca verhängt Ausgangssperre – weil neue Corona-Welle droht

Der Osterurlaub 2021 auf Mallorca könnte für viele Deutsche doch nicht so ausgelassen werden. Die Zahlen steigen, die Balearen reagieren.

Die Wetteraussichten für die Osterferien auf Mallorca sind freundlich: Viel Sonne und frühlingshafte Temperaturen um die 20 Grad sind angesagt. Doch wegen Corona ziehen nun auch auf der Urlaubsinsel wieder dunkle Wolken auf. Die Zahl der Neuinfektionen steigt auf der Lieblingsinsel der Deutschen seit einigen Tagen.

Zudem beschloss das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag eine Testpflicht für alle Flug-Rückkehrer. Sie soll ab Sonntag gelten. Die Betroffenen müssten „vor der Abreise im Ausland dem Beförderer einen Nachweis“ vorlegen, heißt es in der entsprechenden Verordnung.

Für diesen Fall hat die Urlaubsinsel zum Glück der Reisenden schon vorgesorgt: Am Flughafen von Mallorca eröffnete am Mittwoch ein Testzentrum. Das Ergebnis der PCR-Tests, die rund 70 Euro kosten, soll schon 30 Minuten bis eineinhalb Stunden später vorliegen. Vor dem Test müssten Rückreisende jedoch einen Termin vereinbaren, wie ein Mitarbeiter des Testzentrums der Deutschen Presse-Agentur sagte.

In Anbetracht der steigenden Fallzahlen reagierten die Inselpolitiker prompt auf die bedenkliche Entwicklung: Sie verschärften die Corona-Regeln. So müssen von diesem Freitag an die Innenbereiche von Kneipen, Cafés und Restaurants wieder schließen. Die Außenterrassen und Biergärten bleiben derzeit noch geöffnet, aber wie bisher nur bis 17 Uhr.

Auch in den Hotels gelten schärfere Regeln: Gemeinschaftseinrichtungen in geschlossenen Räumen wie etwa Schwimmbäder, Spas, Jacuzzis oder Fitnessräume müssen ganz schließen. Gemeinschaftlich genutzte Außenanlagen wie Pools oder hoteleigene Restaurantterrassen sind nur noch bis 17 Uhr auf.

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An der Hotelbar, an der bislang noch bis 22 Uhr am Abend gebechert werden durfte, ist künftig ebenfalls um fünf Uhr nachmittags Zapfenstreich. Nur die Hotelrestaurants dürfen in ihren Speisesälen die Hausgäste bis zehn Uhr abends bewirten. Dann beginnt übrigens auch eine nächtliche Ausgangssperre.

Die Inselbehörden weisen zudem darauf hin, dass in Hotelzimmern und privaten Unterkünften lediglich Gäste aus einem Haushalt nächtigen können. Zuvor hatten bereits die deutsche Regierung und die Bundesländer den deutschen Mallorca-Reisenden einen Dämpfer verpasst.

„Es geht uns nicht darum, die Ostersaison zu retten"

„Die Infektionsdaten besorgen uns“, erklärte Francina Armengol, die regionale Regierungschefin der Balearischen Inseln, zu denen Mallorca, aber auch Ibiza, Menorca und Formentera gehören. „Die Fallzahlen steigen wieder. Und die britische Variante, die viel gefährlicher ist, hat bereits einen Anteil von 83 Prozent. Die Fachleute raten uns, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen. Und das machen wir nun auch.“

Die strengeren Regeln gelten von diesem Freitag an und mindestens bis zum 11. April. Dies dämpft die Urlaubslaune für jene rund 40.000 deutschsprachigen Touristen, die über Ostern auf der spanischen Mittelmeerinsel erwartet werden. Vor allem in Deutschland hatte der Wegfall der Quarantänepflicht einen Buchungsboom ausgelöst.

Hinweisschild für Reiserueckkehrer auf dem Flughafen von Köln-Bonn. Foto: imago images/Eibner Vergrößern
Hinweisschild für Reiserueckkehrer auf dem Flughafen von Köln-Bonn. © imago images/Eibner

Balearenpräsidentin Armengol stellte zugleich klar, dass die Inseln kein Risiko eingehen werden und bei einer Verschlechterung der Lage auch schon über Ostern weitere Einschränkungen drohen könnten. „Es geht uns nicht darum, die Ostersaison zu retten, sondern eine neue Corona-Welle zu vermeiden.“

Für die Ferieninseln sei vor allem wichtig, mit möglichst geringen Infektionszahlen in den Sommer zu kommen. Von Juni bis September herrscht Hochsaison und dann beginnt für die Tourismusbranche das Hauptgeschäft.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz auf Mallorca kletterte zuletzt auf 31 Fälle pro 100.000 Einwohner. Das ist zwar immer noch vergleichsweise wenig. Aber die ansteigende Kurve alarmiert die Virologen, die eine gefährliche Trendwende sehen.

Vor einer Woche lag der Inselwert noch bei 20 Fällen. Möglicherweise, so heißt es, sei nun auch auf Mallorca jene Corona-Welle angekommen, die bereits im restlichen Spanien wie in ganz Europa spürbar ist. Besonders besorgniserregend sei die Lage derzeit in den mallorquinischen Ferienorten Sóller und Inca.

Die deutschen Urlauber, die sich bereits auf der Insel befinden, reagieren unterdessen mit Gelassenheit und genießen ihren Urlaub. „Es ist ein Traum: das schöne Wetter, das Meer. Da wird einem erst einmal klar, was man vermisst hat“, sagte ein Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen der „Mallorca Zeitung“. Sie würden sich auf der Insel sicherer fühlen als in Deutschland.

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