Wird im Olympiastadion bald wieder ganz ohne Zuschauer gespielt? Zu Herthas Heimspiel gegen Stuttgart Mitte Oktober durften noch Besucher kommen. Foto: dpa
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Update Draußen maximal 500, in der Halle höchstens 300 Besucher Zuschaueranzahl bei Sportveranstaltungen in Berlin wird stark reduziert

Die vom Berliner Senat getroffene Regelung soll voraussichtlich am Samstag in Kraft treten. Damit wäre auch Herthas Heimspiel gegen Wolfsburg betroffen.

Die beiden Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und 1. FC Union müssen aufgrund der angespannten Corona-Situation künftig auf noch mehr Zuschauer verzichten. Die Personenobergrenze für Freiluftveranstaltungen soll von 5000 auf nur noch maximal 500 Teilnehmer reduziert werden.

Auch die Zahl der zugelassenen Personen bei Events in Hallen wird von 1000 auf 300 gesenkt. Bei Vorlage eines Hygienekonzeptes kann die Zahl auf 800 erweitert werden. In Einzelfällen sollen im Freien aber auch mehr Teilnehmer möglich sein. Entscheidungen würden künftig die Fachverwaltungen treffen. Das alles hätte Auswirkungen auf Bundesligisten wie die Füchse (Handball), die Volleys (Volleyball) oder Alba (Basketball). In Kraft tritt die neue Regelung voraussichtlich an diesem Samstag.

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Fraglich bleibt, ob für die Begegnungen im Olympiastadion und dem Stadion An der Alten Försterei künftig überhaupt noch Tickets verkauft werden. Bei einem derart kleinen Publikum dürfte sich der Aufwand für Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen kaum lohnen.

In vielen anderen Fußballstadien waren die Zuschauerkontingente in den letzten Wochen schon drastisch reduziert worden, teilweise durften gar keine Anhänger mehr kommen.

Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) schloss ein ähnliches Vorgehen, Spiele ganz ohne Zuschauer durchzuführen, bei einer Pressekonferenz nicht aus. Der Senat habe ausgesprochen bedauert, „dass es nicht zu einer zuschauerfreien Situation gekommen ist bei dem letzten Bundesligaspiel in Berlin.“

Kritik aus der Politik am 1. FC Union

Damit spielte Kollatz auf die Situation vom vergangenen Samstag an, als beim Heimspiel des 1. FC Union gegen den SC Freiburg (1:1) noch rund 4500 Fans dabei waren. Dies hatte in der Politik teils heftige Kritik hervorgerufen.

Geisterspiele könnten laut des 63-Jährigen dabei helfen, dass sich das Virus in Berlin nicht noch weiter ausbreitet. Sportevents ohne Fans seien ein Mittel, „um nicht dazu beizutragen, dass an der Infektionsschraube weiter nach oben gedreht wird“, sagte Kollatz.

Wie die Situation an diesem Sonntag (18.00 Uhr/Sky) für die Begegnung von Hertha gegen den VfL Wolfsburg aussieht, ist noch unklar. Am Montag hatte Hertha den Ticketvorverkauf vorübergehend ausgesetzt. Der Verein nannte bei Twitter die „aktuelle Pandemielage“ als Grund für die Maßnahme. „Wir stehen im Austausch mit dem Senat und halten euch auf dem Laufenden“, hieß es in dem Tweet. (dpa)

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