Platzhirsch. Der Rifter überzeugt durch viel Stauraum und eine robuste Erscheinung. Foto: Promo
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Peugeot Rifter Viereckig, praktisch, gut

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Es muss nicht immer ein SUV sein: Mit dem Rifter bringt Peugeot ein preiswertes Nutzfahrzeug mit viel Platz für Stadt und Land

Au Revoir Tepee, jetzt kommt der Rifter. Peugeot hat den in die Jahre gekommenen Hochdachkombi Tepee, von dem seit 2008 immerhin weit über eine Million Exemplare verkauft wurden, durch den komplett neuen Rifter ersetzt. Ein Fahrzeug für die ganze Familie - das sich im Großstadt-Dschungel genauso wohl fühlt wie in der ruppigen Natur. Und eine echte Alternative zum SUV oder einer Großraum-Limousine, glauben die Peugeot-Ingenieure. Vor allem ein Fahrzeug, das nichts so schnell übel nimmt: Dafür sorgen die bestens gegen kleine Dellen schützenden großen Kunststoff-Aufsätze an den Längsseiten und den Radkästen; dass es große Stoßfänger vorne und hinten gibt, ist natürlich selbstverständlich.

Klappe halten. Die mit dem Boden abschließende hintere Tür vereinfacht das Einladen. Foto: Promo
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Dellen-Schutz an allen Seiten


Peugeot wird mit dem Rifter auch im eigenen PSA-Konzern zum Konkurrenten von Citroen und Opel, die mit dem Berlingo und dem Combo zwei ähnliche Fahrzeuge anbieten. Das ist den Peugeot-Entwicklern herzlich egal; schließlich sind sie in jüngster Vergangenheit damit durchaus erfolgreich unterwegs, die eigene Marke neu zu positionieren und neue Zielgruppen zu erschließen. Dabei soll nun der Rifter beitragen, der ab Mitte September bei den Händlern stehen soll.


Auf Schönheit kommt es nicht an


Senkrechte Kühlerfront, kurze Motorhaube und dahinter ein ziemlich viereckiger Kasten bis zu den senkrecht stehenden Bremsleuchten. Also - eine Schönheit ist der Rifter nicht. Will er aber auch nicht sein. Dafür ist er ein ungemein vielseitiger und praktischer Begleiter insbesondere für Familien. Auf den 4,40 Meter Länge gibt es eine Menge Platz - hinten mit drei Einzelsesseln, die allesamt als Kindersitz genutzt werden können. Der Kofferraum dahinter fasst 1355 Liter; bei umgeklappter Rückbank vergrößert sich der Stauraum auf sogar 3000 Liter. Und wer noch mehr Raum benötigt: Voilá - den Rifter gibt es auch mit einer dritten Sitzreihe und dann insgesamt sieben Plätzen. Um alle Ansprüche an genügend Stauraum zu erfüllen, gibt es zusätzlich eine Lang-Version, die um 35 Zentimeter auf dann 4, 75 Meter Länge wächst. Ein echtes Raumschiff – was den Rifter möglicherweise auch für Handwerker interessant macht, die nur manchmal viel Platz benötigen. Werden nämlich alle Sitze umgeklappt, kann man insgesamt 4000 Liter laden – bei umgeklapptem Beifahrersitz bringt man gar über drei Meter lange Gepäckstücke unter. Die senkrechte Kofferraumklappe schluckt alles – eine nette Idee ist auch, dass sich das Fenster in der Kofferraumklappe separat öffnen lässt.

Gut gepolstert. Kunststoffdämpfer an allen Seiten sind ein Segen im Stadtverkehr. Hinten gibt es beidseitig Schiebetüren. Foto: Promo
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Jede Menge Stauraum


Praktische Lösungen finden sich viele; oft sind es ja die kleinen Dinge, die das Leben leichter machen. Dazu gehören die Ladeschale, die kabellos das Smartphone auflädt, eine 220 Volt-Steckdose, oder die jeweils vorne und hinten verteilten zwei 12 Volt Steckdosen und die drei USB-Anschlüsse. Die elektrisch versenkbaren Fenster für die hinteren Passagiere sind einzig in dieser Klasse. Serienmäßig ist bei dem etwas höher gewordenen Fahrzeug auch eine Dachreling. Ungemein hilfreich, vor allem im Stadtverkehr, sind die beiden Schiebetüren für den hinteren Fahrgastraum. Wer jemals erlitten hat, in engen Parklücken Kleinkinder bei normal öffnenden Türen anzuschnallen, freut sich darüber. Außerdem gibt es jede Mange Ablagefächer, sowohl in der Mittelkonsole oder über den Köpfen der vorderen Passagiere. Wer möchte, kann optional auch ein Panoramadach mit kombinierter Ablage wählen, die sich längs durch den gesamten Innenraum erstreckt. Die Verarbeitung im Innenraum ist einem praktischen Alltagseinsatz angemessen; dass sich bei den Materialien im Innenraum sehr viel Hartplastik findet, wird in dieser Klasse niemand verwundern.
Erst einmal überraschend ist das ungewöhnlich kleine Lenkrad, dass aber gut in der Hand liegt und sich in Kombination mit der ziemlich direkten und straffen Lenkung bewährt. Weil Peugeot die Instrumententafel sehr hoch gerückt hat, hat man beste Sicht auf alle wichtigen Fahrinformationen. Für die Navigation und weitere Funktionen gibt es über der Mittelkonsole einen acht-Zoll-Touchscreen. Standardmäßig angeboten wird eine Handschaltung mit sechs Gängen, die sich zuweilen als etwas hakelig erweist. Vor allem auf kurvigen und bergigen Strecken muss der Fahrer mächtig im Getriebe herumrühren. Da ist man mit der Schaltautomatik, die mit einem originellen Rundknopf auf der Mittelkonsole bedient wird, besser dran.

Platz für die ganze Familie. Im Bedarfsfall hat der Rifter sieben Sitze in drei Reihen. Foto: Promo
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Drei Diesel, ein Benziner


Angetrieben wird der Rifter wahlweise von drei Diesel-Aggregaten, die aus jeweils 1,5 Litern Hubraum zwischen 75 und 130 PS auf die Straße bringen. Dazu kommt ein 1,2-Liter-Benziner, der aus drei Zylindern mittels Turbo 110 PS entwickelt. Gut bedient ist man bei den Dieseln mit der 110-PS-Version; vor allem im Zusammenspiel mit der Achtgang-Schaltautomatik. Selbst auf kurviger Straßen bleibt die Geräuschentwicklung des Diesels moderat. Beim gleichstarken Benzin-Motor steigen dagegen unter Belastung die Drehzahlen und damit der Geräuschpegel deutlich an. Bei den Dieseln bewegt im Vergleich die 75-PS-Variante den 1400 Kilo schweren Wagen dagegen etwas schwerfällig durchs Gelände.

Hier wird ein kleines Rad gedreht. Überraschend geringe Ausmaße hat das Lenkrad - liegt aber gut in der Hand. Foto: Promo
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Basisversion für 20700 Euro


Das Fahrwerk neigt dazu, auf unebener Strecke ein wenig zu trampeln, kommt aber insgesamt trotz des höheren Schwerpunkts gut durch die Kurven. Serienmäßig hat der Rifter drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit als sein Vorgänger, um für unebenes Gelände besser gewappnet zu sein. Wer mit einem richtigen SUV mithalten möchte, kann sich den Rifter auch mit Allrad-Antrieb aufrüsten lassen - dafür werden dann freilich rund 5000 Euro fällig. Bei einem Fahrzeug, bei dem es in der Basisversion mit 20 700 Euro losgehen soll, ist das so happig, dass die Zahl der Allrad-Interessenten überschaubar bleiben wird. In der GT-Line mit vielen Extras und Assistenzsystemen wie einer adaptive Cruise Control oder einem Parkassistenten werden 32 000 Euro fällig.

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