Blicke fangen. Die Fassade der „Villa Kuriosum“ in Lichtenberg. Foto: Robert Klages Foto: Robert Klages
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Online aus der "Villa Kuriosum" "Mann ohne Ort" – Das Hörspiel zum Mietendesaster

Am 2. Dezember findet der Aktionstag "anstadt/t" statt. Ein skurriles Theaterstück wird online aufgeführt. Im Anschluss Diskussionen um den Mietendeckel. 

Die „Villa Kuriosum“ liegt an der Bezirksgrenze von Lichtenberg zu Friedrichshain. Zu der Villa in der Scheffelstraße 21 gehört ein Garten mit Wohnwagen, Hochbeeten, Giftpflanzen und Apfelbäumen. 

Im Inneren der Villa werden besondere Alltagsgegenstände gesammelt und gezeigt. Vieles hängt, steht, liegt oder sitzt schon seit Jahren dort, manches ist neu dazugekommen. Die Ausstellung soll den Kiez, die Stadt und ihre Geschichte repräsentieren und zu einem abstrakten Porträt heranwachsen.

In den Regalen steht ein in Formaldehyd eingesetzter Kopf eines Plüschhasen, bunte Reagenzgläser neben Fotos von Familien in ihren DDR-Küchen, ein ausgetrockneter Bienenstock liegt in einem Aquarium. 

Derzeit ist die Villa aufgrund der Pandemie geschlossen. Auch ein geplantes Theaterstück der Gruppe „Pump und Puder“, das dort aufgeführt werden sollte, musste abgesagt werden und wird nun als Hörspiel online veranstaltet. Am 2. Dezember um 18 Uhr findet der Aktionstag „anstadt/t“ statt, mit Uraufführung des Stücks und Podiumsdiskussion, zu finden auf https://www.anstadt-berlin.de/

Alternativen zur Wohnungspolitik?

Der Aktionstag zum Thema Mieten und Alternativen zur Wohnungspolitik will dem „Mietenwahnsinn auf den Zahn fühlen“, mit Zuhörerbeteiligung, Information, Vernetzung und aktive Auseinandersetzung. Sprechen werden Wibke Werner vom Berliner Mieterverein und Ben Wieting von „Bizim Kiez“, Ulrike Ertl, Mieterin und Aktivistin, moderiert.

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Im Zentrum steht die Frage „Ist der Mietendeckel die Lösung? und welche Alternativen gibt es?“ Das Stück „Mann ohne Ort“ verarbeitet das Thema auf skurrile Weise. Ein Hausverwalter entfernt ohne Vorankündigung die Außentoilette eines Mieters. 

Jahrelang vertröstet ihn die Verwaltung mit dem Neubau eines Klos. Aus Angst, seine Wohnung zu verlieren, wartet er geduldig. Bis etwas passiert, das ihn zum Handeln zwingt. Nach einer wahren Begebenheit.

Das Theaterstück „Mann ohne Ort“ soll im Frühling 2021 in der Villa Kuriosum Premiere feiern. Und zwar für Augen und Ohren.

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