So interpretiert Arket die Farbe Very Peri. Foto: Arket
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Die Farbe des Jahres Das neue Jahr wird Very Peri

Maja Hohenberg

Dieses Jahr soll Very Peri werden! So heißt die Farbe des Jahres und sie soll uns optimistisch und fröhlich stimmen.

Badadadam! Wie jedes Jahr hat das US-amerikanische Farbinstitut Pantone die Farbe des Jahres gekürt. War letztes Jahr die Trendfarbe noch Grau, ist es 2022 „Very Peri“, ein rötlich-violetter Blauton, eigens von Pantone entwickelt, um die „globale Innovation und den Wandel“ widerzuspiegeln.

Das Institut listet so viele positive Adjektive auf, als wollte man sichergehen, dass es auch wirklich jeder mitbekommt. Diese Farbe soll das Jahr 2022 rocken: freundlich, warm, spielerisch, überschwänglich, dynamisch. Außerdem drücke Very Peri „die Hoffnung aus, dass Menschen in Farben Antworten finden“, sagt Laurie Pressman, Vice President des Pantone Color Institute.

Ein Glück also, dass die Farbe des Jahres gleich am Anfang verkündet wird. Falls man sich zum Beispiel neue Unterhosen kaufen muss, dürfte das, zumindest bei der Wahl der Farbe, die Entscheidung sehr erleichtern.

Eine Stoffblüte zum Anstecken von Essentiel Antwerp. Foto: Essentiel Antwerp Vergrößern
Eine Stoffblüte zum Anstecken von Essentiel Antwerp. © Essentiel Antwerp

Ansonsten klingt die Entscheidung für Very Peri doch sehr so, als wenn diese Farbe eine Verheißung dafür sein soll, dass dieses Jahr ganz bestimmt besser wird als das letzte.

2021 hatte mit der Farbe Grau ja auch nie wirklich eine echte Chance, ein ausgelassenes zu werden. Diesen Schnitzer will Pantone jetzt wohl wettmachen.

Kein Wunder also, dass sofort nach der Ankündigung im Dezember die ersten Eilmeldungen von Modefirmen rausgeschickt wurden. Denn natürlich hat fast jede von ihnen diese Farbe in petto. Allerdings wird sie in vielen Fällen etwas zu optimistisch interpretiert. Überwiegt in der Ursprungsversion von Pantone noch das recht bodenständige Blau, schlägt bei den Vorschlägen aus der Mode doch sehr ein optimistisches, zartes Fliederviolett durch.

Die lilafarbene Brille von Andy Wolf. Foto: Andy Wolf Vergrößern
Die lilafarbene Brille von Andy Wolf. © Andy Wolf

In verschiedenen Variationen von Flieder wird die Farbe interpretiert. Es gibt einen Very-Peri-Sport-BH von Nike, eine geflochtene Handtasche von H&M, ein Erwin-Müller-Duschtuch bei Otto. Aber auch erste Teile der Frühjahr-Sommer-Kollektionen verschiedener Marken wie Valentino, Louis Vuitton oder Alberta Feretti sind in der neuen Farbe gehalten. Lady Gaga präsentierte bereits bei der Premiere von „House of Gucci“ im November ein Abendkleid in der Trendfarbe.

Johann Wolfgang von Goethe würde sich wohl im Grabe umdrehen. In seiner Farblehre schrieb er über Lila, es habe etwas Lebhaftes, aber ohne jede Fröhlichkeit. Denn es war früher die Farbe unverheirateter Frauen, die trotzdem mädchenhafte Pastelltöne tragen wollten. Es signalisierte: Trotz reiferen Alters bin ich noch zu haben.

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